• Sinnlosoph

Reise von 17

Aktualisiert: vor 7 Tagen



Sie landete weich. Ihre Umgebung hatte sich kaum verändert. Dennoch spürte sie, dass sie in einer anderen Dimension war. Sie stieg von der Plattform und sah sich um. Irgendwo in der Nähe musste es sein. Sie schloss die Augen und versuchte das Kyrium zu spüren. Es zog sie zu einem großen Felsen in der Nähe. Sie umrundete ihn und versuchte herauszufinden, wo der gesuchte Gegenstand war.

„Brauchst du Hilfe?“

Sie drehte sich um und entdeckte einen Mann. Offensichtlich hatte er sich hinter den Trümmern verborgen, die überall herumlagen.

„Nein.“

„Sicher? Du scheinst mir nicht so, als wüsstest du, was du da tust.“

„Verschwinde.“

Der Mann zuckte zusammen und musterte sie.

„Du kommst nicht von hier“, bemerkte er. „Sonst wüsstest du, dass hier Sperrgebiet ist.“

„Verschwinde!“, wiederholte sie und wandte sich wieder dem Felsen zu.

Er schüttelte den Kopf.

„Du begreifst wohl nicht wo wir sind. Hier ist Sperrgebiet. Wenn man dich hier sieht wirst du eingelocht und du siehst nie wieder das Tageslicht.“

„Und was tust du hier?“

Er grinste.

„Gestatten: Aron Kingsley. Völlig unbedeutender Bürger ohne Arbeit, Familie oder andere Verpflichtungen. Ich mache was mir gefällt und lebe für den Moment.“

Sie schaffte es den Felsen zu bewegen.

„Darf ich fragen wie du heißt?“

„17“

Mit der Schuhspitze schob sie einige kleinere Steinchen auf die Seite und legte ein golden schimmerndes Bruchstück frei.

„17? Das ist eine Zahl, aber kein Name. Woher kommst du?“

„Von weit weg.“

„Ich bin auch weit herumgekommen. Vielleicht war ich schon einmal dort?“

„Ich denke nicht.“

Zufrieden nahm sie den Stein in die Hand und ging auf die Plattform zu, mit der sie hier ankam.

„Du willst mir also nicht sagen woher du kommst oder wie du heißt. Erklärst du mir dann wenigstens, was du hier suchst?“

„Nichts mehr. Ich habe es schon gefunden.“

Sie zeigte ihm das goldene Bruchstück.

„Was ist das?“

„Etwas, dass nicht hier her gehört.“

Mit einem Finger schnippen löste sich ein Teil der Plattform und schwebte zu ihr. Behutsam legte sie den Stein in eine kleine Öffnung woraufhin sich das schwebende Teil zurück zur Plattform bewegte.

„Was machst du damit?“

„Ich bringe es dahin zurück, wo es hingehört.“

Mit diesen Worten setzte sie einen Fuß auf die Plattform.

„Warte! Ich weiß, dass du viele Geheimnisse hast. Ich wundere mich auch nicht über deinen Namen, deine Art oder dein Fortbewegungsmittel. Ich habe nur eine Bitte: Nimm mich mit.“

Sie verharrte in der Bewegung.

„Wieso?“

Er trat auf sie zu.

„Ich habe nichts, das mich hier hält. Für mich ist alles besser als hier zu bleiben.“

Sie musterte ihn ausgiebig.

„Weisst du auf was du dich einlässt?“

„Nein. Nur, dass es wahrscheinlich kein Zurück gibt.“

„Was hätte ich davon dich mitzunehmen?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Einen Begleiter, der dir vielleicht zur Hand gehen kann.“

„Das brauche ich nicht.“

Sie wandte sich wieder der Plattform zu.

„Warum machst du es überhaupt? Es scheint dir auch keinen Spaß zu machen.“

„Ich mache es, weil es getan werden muss, weil ich dafür erschaffen wurde. Spaß hat da keinen Platz.“

„Du musst nichts was du nicht willst.“

Sie verharrte in der Bewegung.

„Was soll das heißen?“

„Wenn du etwas nicht tun willst, dann lass es. Hast du dir nicht manchmal gedacht, es wäre schön etwas anderes zu machen?“

„Nein. Ich wurde dafür geschaffen. Etwas anderes als meinen Auftrag auszuführen ergibt keinen Sinn.“

„Wieso? Was passiert, wenn du dich weigerst?“, fragte er herausfordernd.

„Ich… Weiß es nicht.“

„Du würdest ersetzt werden. Jeder ist ersetzbar. Deine Wünsche erfüllen kannst aber nur du. Dein Boss oder Auftraggeber oder wer auch immer dich hier her geschickt hat ist nicht auf dich angewiesen. Wenn du es nicht machst wird er jemand anderen finden, der den Auftrag an deiner Stelle ausführt. Warum also solltest du deine Zeit dafür vergeuden?“

Sie schwieg und dachte über seine Worte nach.

„Du meinst, ich könnte hier bleiben und es würde keinen Unterschied machen?“

„Ganz bestimmt! Wobei ich nicht genau weiß, was du überhaupt zu tun hast.“

„Wenn du Zeit hast erzähle ich es dir.“

Er nickte und beide setzten sich auf die herumliegenden Trümmer.

„Diesen Stein, denn ich vorhin aufhob, stammt nicht von hier. Er kommt aus einer anderen Dimension, welche parallel zu dieser Existiert. Dort wurde auch ich erschaffen. Wir nennen es Kyrium. Es ist ein Metall, welches unglaubliche Mengen Energie absorbieren kann und dabei extreme Kälte verströmt. Irgendwie wurde es bei einem Experiment gesprengt und die Splitter verteilten sich in den verschiedenen Dimensionen. Wir glauben, es könnte eine Gefahr für die anderen Welten bedeuten, weshalb ich erschaffen wurde um sie zurück zu holen.“

„Und dieses Gefährt lässt dich zwischen den Dimensionen reisen?“

Sie nickte.

„Allerdings nur in eine Richtung. Wenn ich eine Dimension verlasse kann ich nicht mehr zurück.“

„Und wie kommst du nachhause?“

„Die eingebaute Navigation führt mich immer direkt zum nächsten Kyriumbruchstück. Wenn alle gefunden wurden bringt es mich zurück.“

„Und was passiert dann?“

Sie wirkte verwirrt.

„Wie meinst du das?“

„Wenn alle Teile gefunden wurden und du zurückkehrst, was passiert dann? Mit dem Kyrium? Und mit dir?“

Sie sah ihn ausdruckslos an.

„Ich… weiß es nicht. Wahrscheinlich wird man mich vernichten.“

Aron riss vor Entsetzen die Augen auf.

„Wieso das? Dürfen sie das?“

„Warum nicht? Ich habe dann meinen Zweck erfüllt und bin nur noch Ballast. Wie gesagt, ich wurde erschaffen um das Kyrium zurück zu bringen. Ist das erledigt gibt es für mich keinen Grund mehr zu existieren.“

Schweigen legte sich über sie.

„Wie heißt du wirklich?“

„Das sagte ich schon. Ich bin 17.“

„Das ist aber kein Name.“

„Wir bekommen keine Namen. Ich bin eine von Hunderten, die diesen Auftrag erhalten haben. Wir wurden künstlich erschaffen um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Jetzt siehst du, weshalb ich nichts anderes machen kann.“

„Dann lass mich dich begleiten. Vielleicht kann ich dich doch noch umstimmen und wir finden eine Dimension, in der wir beide besser zurechtkommen.“

„Ich denke nicht, dass das der Fall sein wird. Aber meinetwegen kannst du mich begleiten. Es macht für mich keinen Unterschied.“

Sie standen auf.

„Dann brauchst du aber einen Namen. Ich nenne dich nicht 17. Was hältst du von Lynne?“

„Nenn mich wie du willst. Ich bin und bleibe 17.“

„Abwarten. Lass uns gehen Lynne.“

Gemeinsam bestiegen sie die Plattform. Lynn öffnete mit einer Handbewegung ein holografisches Fenster zu ihrer Rechten und betätigte einige Schaltflächen. Mit leisem Summen hob sich das Gefährt ein wenig vom Boden und die Umgebung verzerrte sich. Die Trümmer schienen zu schmelzen und die Luft begann zu flimmern. Nach wenigen Sekunden beruhigte sich die Szenerie und die Plattform landete wieder auf dem Boden.

„Hat es funktioniert? Es sieht alles gleich aus.“

„Viele Dimensionen ähneln einander. Oft sind nur einzelne Entscheidungen von unbedeutenden Personen dafür verantwortlich, dass sich eine Paralleldimension bildet.“

Sie blickte nach oben.

„Der Mond sieht hier anders aus.“, bemerkte sie trocken. Aron folgte ihrem Blick und erstarrte.

„Anders? Er ist gespalten! Wie ist das geschehen?“

„Keine Ahnung. Es interessiert mich nicht, ist schließlich nicht meine Welt.“

Sie schloss wieder die Augen und versuchte das Kyrium aufzuspüren.

„Nicht deine Welt? Hast du überhaupt eine Welt?“

„Die, in der ich erschaffen wurde.“

„Kannst du es deine Heimat nennen, wenn dich bei deiner Rückkehr die Vernichtung erwartet?“

„Ich kann mir nicht aussuchen woher ich komme.“

„Das nicht, aber wohin du gehst liegt bei dir. Du kannst dir eine eigene Heimat erschaffen.“

„Die anderen Rechnen mit meinem Erfolg.“

Ihr fiel es schwer sich auf das Kyrium zu konzentrieren. weshalb sie es nicht genau orten konnte. Sie ging einige Schritte weiter.

„Ich sagte bereits, du bist ersetzbar. Du sagtest selbst, dass sie dich für diesen Zweck erschufen. Also können sie auch einfach noch jemanden dafür erschaffen.“

„Und was dann?“

Sie wandte sich ihm zu.

„Was soll ich dann machen? Warum soll ich weiterleben, wenn ich keine Aufgabe habe?“

„Mach was du willst. Lebe dein Leben, werde glücklich, gründe eine Familie. Dir stehen alle Welten offen. Was würden sie schon mit dir anstellen wenn du dich gegen sie entscheidest? Du bist in einer anderen Dimension. Dich zu finden wird nicht leicht und das einzige, was dich im Moment aufhält, bist du selbst.“

„Aber wie soll ich das anstellen?“

Sie spürte etwas neben ihr. Das musste das Kyrium sein.

„Ich begleite dich ja. Wir werden zusammen schon einen Weg finden.“

„Warum?“

„Warum was?“

„Warum begleitest du mich? Warum hilfst du mir? Bringt es dir einen Vorteil mir dabei zu helfen oder hast du einen Auftrag dazu?“

Er lächelte sie an.

„Nein. Ich tue es, weil ich es will. Und weil es mir Spaß macht. Ich denke, wir können noch viel voneinander lernen.“

Lynne schob einen Felsen mit dem Fuß beiseite und hob das darunterliegende Kyrium auf. Wieder ließ sie mit einem Fingerschnipsen einen Teil der Plattform zu sich fliegen und legte das goldene Bruchstück in eine weitere Vertiefung.

„Wie wissen wir, wann wir eine geeignete Dimension erreichen?“

„Wir werden es spüren. Und wenn wir uns irren, ziehen wir eben weiter.“

Mit diesen Worten bestiegen sie das Gefährt wieder. Ein weiteres Mal hob die Plattform ab und die Umgebung verlief als würde sie schmelzen. Diesmal bildete sie sich allerdings nicht zurück sondern verharrte als rot glühender, schwefel spuckender Lavasee.

„Ich denke, das ist kein guter Ort um einen Neuanfang zu wagen.“

Sie nickte. Sie befanden sich auf einer kreisrunden Fläche erstarrten Gesteins. Das Kyrium lag in der Mitte. Wahrscheinlich war der ganze Planet eine einzige Lavakugel und das Kyrium entzog an diesem Ort genug Energie, um diese Insel zu bilden. Sie nahm es mit sich und die Reise ging weiter.

Auch die nächsten beiden Welten boten einen wenig einladenden Anblick. Wo die eine aus einer vertrockneten Wüste bestand, war die andere mit dickem Eis überzogen. In der dritten landeten sie auf einer mit Blumen übersäten Wiese. In der Ferne war ein kleines Dorf zusehen und der Himmel war Wolkenlos.

„Hier wäre ein guter Ort für einen Neuanfang.“

Aron war fasziniert von der Unberührtheit der Natur. In seiner Welt gab es kaum noch Wiesen. Alles war entweder zugebaut oder mit den Ruinen früherer Bauwerke bedeckt.

„Was meinst du? Könntest du es dir vorstellen hier zu bleiben?“

„Nein. Ich kenne nichts auf diesem Planeten. Zudem habe ich nicht gesagt, dass ich den Auftrag abbrechen werde.“

„Gib dir einen Ruck. Das Neue und Unbekannte, reizt es dich überhaupt nicht? Es gibt so vieles zu entdecken, so vieles zu verstehen.“

„Ich verstehe dich schon nicht. Das ist für mich Herausforderung genug.“

Wieder war das Kyrium ganz in der Nähe. Lynne hatte allerdings ihre Mühe damit die Wurzeln eines Strauchs zu entfernen, welche das Bruchstück eng umschlungen hatten.

„Habe ich dir nicht schon genügend gute Gründe genannt um die Aktion abzubrechen?“

„Doch. Aber ich will mir sicher sein bevor ich mich entscheide. Diese Dimension ist jedenfalls nicht die richtige.“

Sie schaffte es, das Kyrium zu befreien und verstaute es wie die anderen zuvor.

„Dann lass uns weiter gehen. Wie funktioniert diese Maschine eigentlich?“

Sie seufzte.

„Ich weiß es nicht genau. Die verschiedenen Dimensionen liegen wie Schichten übereinander. Wenn wir reisen gleiten wir durch diese Schichten und landen in der Dimension darunter. So jedenfalls wurde es mir erklärt, aber meine Ausbildung bezog sich mehr auf das Bedienen, als auf das Verstehen der Maschine.“

Er nickte wissend obwohl ihm anzusehen war, dass er kaum ein Wort verstand. Sie reisten weiter. Diesmal landeten sie in mitten einer Stadt. Um sie herum gingen hunderte von Menschen zügig ihrer Arbeit nach. Sie waren umkreist von Gebäuden, welche bis zu den Wolken reichten.

„Das ist ein interessanter Ort.“

Aron starrte sie ungläubig an.

„Das findest du interessant? Wenn ich so etwas gewollt hätte, hätte ich auch zuhause bleiben können.“

„Es ist offensichtlich eine Metropole. Hier sollte es leicht werden eine neue Aufgabe zu finden.“

„Du hast es wohl immer noch nicht verstanden.“

Er schüttelte enttäuscht den Kopf.

„Es geht nicht darum deine momentane Aufgabe durch eine neue zu ersetzen. Es geht darum das zu tun, was du willst. Nur so kannst du aus der Sklaverei entkommen.“

„Sklaverei? Ich bin kein Sklave und werde nie einer sein.“

„Wie nennst du denn deine Situation? Dir wird vorgeschrieben was du zu tun hast. Wenn du es nicht tust wirst du ersetzt. Hier wäre es das gleiche. Irgendjemand befiehlt dir etwas zu tun. Als Gegenleistung erhältst du vielleicht Nahrung oder ähnliches, doch das lässt sich auch auf andere Wege beschaffen.“

„Was schlägst du also vor?“

Er überlegte kurz.

„Lass uns hier bleiben und sehen, wie es sich entwickelt. Ich bin sicher, es gibt einen Weg, wie es uns an nichts mangelt und wir trotzdem keinem Rechenschaft schuldig sind.“

Sie nickte.

„Ich werde so wie so einige Zeit brauchen um das Kyrium zu orten. Es gibt zu viele Störfelder in der Nähe.“

Sie fingen an die Stadt zu erkunden. Lynne lag nicht daneben, als sie es für eine Metropole hielt. Auch Aron fand langsam Gefallen daran, denn die Leute schienen es geschafft zu haben die Balance zwischen Natur und Mensch zu finden. Immer wieder brachen kleine Wiesen, Wälder oder Gewässer das Stadtbild auf.

„Was denkst du, wie weit sind die Menschen hier mit der Erkundung des Weltalls?“

„Sie sind wohl einige Jahrhunderte im Rückstand, wenn man es mit meiner Heimat vergleicht.“

„Wie weit seid ihr denn?“

„Wir sind technologisch am Fortschrittlichsten.“

„Wie willst du das wissen?“

„Wir überwachen eine Vielzahl der Dimensionen mit unseren Erfindungen. Die meisten Welten sind zerstört oder extrem Rückständig.“

Aron war sichtlich erstaunt. Für ihn war es nicht vorstellbar eine andere Dimension zu überwachen. Bis vor kurzem wusste er nicht einmal, dass es verschiedene davon gab.

„Ich habe Hunger,“ meldete er sich unvermittelt zu Wort.

„Lass uns die lokale Küche testen.“

Sie suchten sich ein Kaffee aus, welches halb in einen See gebaut war. Die Architektur schien sich nahtlos in die Umgebung einzubetten. Sie bestellten sich die beiden obersten Gerichte der Karte, da sie mit den Namen ohnehin nichts anfangen konnten.

„Wie wollen wir es bezahlen?“

Aron winkte ab.

„Lass das meine Sorge sein.“

Das Essen ließ nicht lange auf sich warten. Es sah etwas befremdlich aus und sie konnten nicht mit Sicherheit sagen was es war, doch es schmeckte ganz gut.

„Was hast du nun vor?“

Lynne schluckte ihren letzten Bissen hinunter und spülte mit einer grellgelben Flüssigkeit nach, die ihnen als Getränk gereicht wurde.

„Ich denke, ich werde es auf deine Weise versuchen.“

Aron atmete erleichtert auf.

„Das heißt, wir bleiben hier? Du vergisst die ganze Geschichte mit dem Kyrium und baust dir hier eine Existenz auf? Eine eigene Heimat?“

„Ich werde es versuchen. Wenn es nicht funktioniert kann ich die Suche nach dem Kyrium immer noch fortsetzen. Wie regeln wir das jetzt mit der Bezahlung?“

Er sah sich um. Bislang hat er noch keinen Gast beim Bezahlen beobachten können. Er wusste auch nicht, ob es hier so etwas wie ein Zahlungsmittel gab.

„Ich sehe mich mal um und spreche mit den anderen.“

Aron stand auf und ging zum Nachbartisch hinüber. Gerade als er zu einer Frage ansetzen wollte brach Panik unter den Anwesenden aus.

„Was zum…?“

Ein Beben erschütterte die Stadt. Aus einiger Entfernung war ein Rauschen und Knistern zu hören.

„Komm Aron! Lass uns von hier verschwinden!“

Lynne packte ihren neuen Freund am Arm und zerrte ihn hinter sich her. Sie wollte zurück zu ihrem Transportmittel. Zum Glück erinnerte sie sich an den Weg.

„Was geschieht hier?“

„Jemand versucht gewaltsam in diese Dimension vor zu dringen ohne die darüber liegenden Welten zu betreten.“

„Geht das überhaupt?“

„Mit genug Energie, ja. Allerdings Werden dabei die einzelnen Ebenen beschädigt.“

Wie um ihre Worte zu untermauern entstanden am Himmel Gesteinsbrocken und blasen von flüssiger Lava, die auf die Erde hinab stürzten.

„Wer macht denn so etwas?“

„Die Schöpfer. Wir müssen weg hier!“

Sie rannten durch die Strassen, mühevoll dem Strom der flüchtenden Bewohner und den herabfallenden Bruchstücken ausweichend. Gerade als sie in die Gasse abbogen, in der sie gelandet sind, ertönte ein Ohrenbetäubender Knall. Alles um sie herum wurde in ein leuchtendes Grün gehüllt. Das Leuchten wurde schwächer bis es zu einem Schimmern schrumpfte, welches seinen Ursprung am anderen Ende der Gasse hatte. Dort war ein weißes Tor erschienen, welches von grünen Rauchschwaden umhüllt war. Sie liefen weiter darauf zu und erreichten die Plattform. Lynne stieg darauf und begann im Interface einige Daten ein zu geben.

„Was ist das? Es sieht aus wie ein Mensch!“

Aron zeigte auf den hellen Punkt am Ende der Gasse und tatsächlich war im inneren des weißen Tors der Schatten eines menschenähnlichen Wesens zu erkennen.

Lynne keuchte.

„Die Schöpfer haben sie geschickt. Wir müssen weg! Komm hoch!“

Sie zerrte ihn mit Gewalt auf die Plattform und startete die Maschine. Wieder begann die Welt um sie herum zu zerlaufen. Aron sah noch, wie die Person im Licht etwas warf. Dieses Etwas flog auf sie zu, wurde aber durch die Raumverzerrung abgeleitet. Trotzdem spürte er die Hitze, die von dem Objekt ausging. Er wollte Lynne gerade danach fragen als sie auch schon wieder unsanft landeten. Sie fielen beide von der Plattform. Aron rappelte sich sofort wieder auf, doch Lynne blieb mit blutiger Nase liegen.

0 Ansichten
This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now