• Sinnlosoph

Frage 222: DNA statt Fingerabdrücke (letzte Frage)

DNA ist einzigartig und wird teilweise bei der Aufklärung von Verbrechen herangezogen. Allerdings sind die Verfahren teuer und nur in wenigen Fällen gibt es auch brauchbare Spuren. Was wäre nun aber zu bedenken, wenn alle Bürger ihre DNA geben müssten?


Würdest du wollen, dass die DNA jedes Bürgers in einer Datenbank gespeichert wird und so jeder identifiziert werden kann? Was sind dabei deine größten Bedenken?



Grundsätzlich halte ich alle Bedenken in Bezug auf Privatsphäre für hinfällig. DNA an sich ist nichts weiter als ein langer Strang an Zahlen und Buchstaben. Ohne Kontext und entsprechender Datenbank ist es in etwa so nützlich wie ein PIN ohne entsprechende Karte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen das Internet und die verschiedenen Sozialen Netzwerke nutzen und dabei eine viel zuverlässigere und ausdrucksstärkere Spur hinterlässt.


Ich sehe also keinen Grund, weshalb das nicht umgesetzt werden sollte. Zumindest nicht auf Seiten der Privaten. Anders sieht es beim effektiven Nutzen aus. Wie bereits erwähnt, sind verwertbare Spuren selten. Es gibt also keine Garantie, dass damit auch nur ein einziges Verbrechen aufgeklärt werden könnte. Auf der anderen Seite sind solche Tests teuer. Natürlich kann man nun dagegen halten, dass man für einen geringen Betrag entsprechende Tests abschließen kann, um zum Beispiel die eigene Herkunft zu erforschen. Das stimmt, allerdings werden da nur einige bestimmte Bestandteile der DNA untersucht. Um ein volles Spektrum zu erhalten, sind viel aufwändigere Verfahren notwendig.


Wenn wir nun also vom aufwändigeren Verfahren ausgehen und 200.- pro Person rechnen, kommen wir schnell in schwindelerregende Höhen. Allein in der Schweiz, mit ihren acht Millionen Einwohnern, würd mehr als eineinhalb Milliarden kosten. Das sind nur etwas mehr als 0.2% des BIP. Allerdings muss beachtet werden, dass die Schweiz ein kleines, aber wohlhabendes Land ist. In Deutschland wären es schon mehr als das Doppelte. Für China bereits das Zehnfache. Wenn wir nun auch noch Länder hinzu nehmen, die nicht so weit entwickelt sind, geht es schlicht nicht auf.


Meine größten Bedenken beziehen sich also auf das Kosten/Nutzenverhältnis. Es wäre schlicht nicht rentabel und würde kaum einen Mehrwert schaffen. Worauf ich hier noch gar nicht eingegangen bin, ist die nötige Infrastruktur, um eine solche Datenbank zu führen. Allein die Daten aus den Tests würden pro Person theoretisch etwa 100 Megabyte belegen. Wieder auf acht Milliarden Menschen hochgerechnet wären das eine unvorstellbare Menge an Daten. Dabei sind die persönlichen Daten wie Anschrift oder Herkunft nicht inbegriffen.


Ich wäre also gegen eine solche Datenbank, wenngleich aus anderen Gründen als auf den ersten Blick vermutet werden würde. Doch wie steht ihr zu dem Thema? Würdet ihr eure DNA hergeben? Lasst es mich wissen!

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