• Sinnlosoph

Frage 26: Das Prinzip der aufgeschobenen Belohnung

Die nachfolgende frage erinnert mich an das Experiment mit den Kindern und dem Marshmallow. Dabei geht es darum, dass die Kinder entweder ein Marshmallow sofort haben können oder eine gewisse Zeit warten müssen, um dann zwei zu erhalten.


Wenn du jemanden kennenlernen könntest, der dir unvorstellbar viel Geld geben könnte, du aber nach zwei Jahren im Ruin landest, würdest du ihn ansprechen?



Mittlerweile sollte klar sein, dass ich Geld mag. Es sollte auch klar sein, dass ich eher langfristig denke und dem entsprechend lieber kurzfristige Nachteile in Kauf nehme. Das vorgeschlagene Angebot ist also teilweise recht ansprechend, allerdings nicht auf meine Ziele ausgerichtet.


Mein Ziel bei den Finanzen ist es, ein nachhaltiges Vermögen aufzubauen, welches mich dann in der Zukunft absichert und Freiheiten ermöglicht. Wenn ich mir also anhören muss, dass ich dann in zwei Jahren schlechter dastehe als jetzt, schwindet die Attraktivität gewaltig.


Man könnte nun damit argumentieren, dass das Leben zu kurz ist, um zu verzichten und zwei Jahre im Luxus besser sind als das Leben lang sparsam zu sein, um am Ende trotzdem nichts zu haben. Ich habe mir auch schon oft anhören müssen, dass es doch besser wäre, jetzt meine Ziele und Freiheiten auszuleben, anstatt auf noch mehr Geld zu warten. Das Gründet meist darin, da ich bereits eine kleine Summe zusammen habe. Ich kann das Ganze sogar bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Es scheitert dann aber daran, wo die eigenen Prioritäten und Ziele gesetzt werden.


Die meisten, die mir einen solchen Vorschlag unterbreiten haben Ziele wie eine Weltreise, ein eigenes Haus, ein dickes Auto und andere Dinge, die mit Geld gekauft werden können. Es ist auch absolut nichts Falsches daran, da es wichtiger ist, überhaupt Ziele zu haben, anstatt wahllos dahin zu vegetieren. In meinem Fall ist das Ziel aber die Unabhängigkeit und Freiheit, die sich aus einem prall gefüllten Konto ergeben. Ich lebe bereits nach einem Standard, bei dem es mir an nichts fehlt und ich mir alles leisten kann, was ich wirklich möchte. Was mir am meisten fehlt ist Zeit. Solange ich noch täglich aufstehen und zur Arbeit muss, um diesen Standard zu erhalten, werde ich auch kaum mehr Zeit erhalten.


Die einzige Möglichkeit, die ich bei diesem Angebot für mich sehe, ist, das Geld zu verschenken. Natürlich würde ich das nicht als Samariter tun, sondern mit dem Hintergedanken, dass diese Menschen mir dann einen Gefallen schulden. Ich würde also in die Zukunft von Freunden und Familie investieren, damit diese mich in zwei Jahren auffangen können. Das wäre zumindest der einzige Weg, wie ich mit diesem Angebot etwas anfangen könnte.


Wie steht ihr dazu? Würdet ihr das Angebot annehmen? Was sind eure Ziele, die damit vielleicht verwirklicht und erreicht werden können? Lasst es mich wissen!

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