• Sinnlosoph

Frage 40: Sind Gene wirklich wichtig?

Ich habe keine Kinder und wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch keine. Zumindest keine eigenen. Dem entsprechend wird sich mir die nachfolgende Frage wahrscheinlich nie stellen. Dennoch finde ich es interessant, mir die entsprechenden Gedanken zu machen.


Du erfährst nach zwei Jahren, dass dein Kind auf der Geburtsstation vertauscht wurde. Würdest du es gegen dein echtes Kind tauschen wollen?



Anscheinend kommt es noch relativ oft vor, dass Babys auf der Geburtsstation vertauscht werden. Wie oft dieser Irrtum aber auch bekannt wird, weiß ich nicht. In einem solchen Fall frage ich mich einfach, wie sehr es auf die eigenen Gene ankommt. So wie ich es einschätze, wächst die Liebe und Zuneigung zum eigenen Kind nicht mit der Blutlinie, sondern mit der Zeit, die man gemeinsam verbringt. Nach zwei Jahren ist das Kind so weit, dass es durch die schlimmste Phase in Bezug auf Windeln wechseln, unkontrollierte Magenentleerung und Schlafstörungen durch sein müsste. Man hat also schon sehr viel Energie und Zeit investiert und dementsprechend eine gewisse Verbindung geschaffen. Wenn wir das Kind nun einfach austauschen weiß ich nicht, ob diese Verbindung so einfach übertragen werden kann.


Ich habe lediglich Erfahrungen mit Haustieren. Im aktuellen Beispiel habe ich zwei Katzen, die ich mit drei Monaten übernommen habe. Zuvor hatte ich immer Katzen, die aus dem Tierheim oder von Kollegen in fortgeschrittenem Alter abgegeben wurden. Ich könnte mir nicht vorstellen, meine Katzen zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben wieder abzugeben. Auf der anderen Seite habe ich aber zu allen eine sehr innige Beziehung aufgebaut und jede verstorbene Katze fühlte sich an, als hätte ich ein Familienmitglied verloren.

Der Punkt, den ich damit übermitteln möchte, ist nicht, dass Kinder wie Haustiere sind. Es geht mir darum, dass es wahrscheinlich gut möglich ist, ein Kind nachträglich anzunehmen. Für mich wäre es aber unvorstellbar jemanden nach einer solchen Zeit einfach abzugeben.


Für mich wäre wahrscheinlich die bessere Lösung, den Kontakt zum eigenen Kind zu suchen, aber das "fremde" Kind als eigenes zu behalten. So hat man den Bezug zu seinen Nachkommen, ohne dass etwas aufgegeben werden muss. Vielleicht lässt es sich sogar so einrichten, dass das Kind in dem Bewusstsein aufwächst, dass es zwar in Familie A aufwächst, aber genetisch zur Familie B gehört, die zum Familienfreund wurde. Kinder sind meiner Erfahrung nach recht aufgeschlossen gegenüber solchen Einrichtungen, da sie das Konzept von Moral und Ethik noch ohne gesellschaftliche Vorbehalte ausleben können. Mit zwei Jahren beginnt es zudem erst richtig zu begreifen, was eine Familie bedeutet und kann sich besser Anpassen.


Diese Lösung würde ein großes Mass an Flexibilität von den beteiligten Eltern verlangen. Ich denke aber, es könnte durchaus funktionieren. Für das Kind selbst könnte es zudem bereichernd sein, da es dann idealerweise zwei Mütter und zwei Väter hätte, an denen es sich orientieren könnte.


Wie steht ihr dazu? Würdet ihr um jeden Preis euer Fleisch und Blut wollen? Oder wäre die bereits aufgebaute Beziehung eine zu große Hürde? Denkt ihr, mein Lösungsvorschlag würde funktionieren? Lasst es mich wissen!

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