• Sinnlosoph

Frage 213: Abenteuer oder Beständigkeit

In meinem Leben hatte ich schon so manches tiefes Loch. Allerdings hatte ich auch schon das Vergnügen absoluter Euphorie. Vieles davon habe ich mir selbst zuzuschreiben.


Was würdest du bevorzugen: Ein abenteuerliches Leben mit auf und ab, unglaublichen Freuden, aber auch Misserfolgen, oder ein ruhiges und geordnetes Leben ohne große Schwankungen?



Mein großes Ziel ist es, die Sorgen hinter mir zu lassen. Das bedeutet für mich in erster Linie finanziell unabhängig zu sein und keiner klassischen Arbeit mehr nachgehen zu müssen. Mittlerweile bin ich auf einem guten Weg dahin. Wie ich allerdings schon mehrfach erwähnte, hatte sich der Weg dahin in den letzten Jahren immer wieder geändert. Die letzte große Änderung bestand darin, dass ich ein Teilziel realisierte und keiner „normalen“ Arbeit mehr nachgehe.


Dieser Schritt in diese Form der Semiselbstständigkeit brachte allerdings einige Turbulenzen mit sich, die mich immer wieder auf dem falschen Fuß erwischte. Es ging so weit, dass ich zeitweise an meinen Entscheidungen zweifelte. Genauer gesagt zweifle ich noch heute teilweise daran. Wenn ich mir jetzt eine Welt vorstelle, in der ich all diese Risiken nicht eingegangen wäre, würde es mir auf der einen Seite besser, auf der anderen Seite aber auch schlechter gehen.


Diese Freiheiten, die ich mir herausnehme, ermöglichen mir die Konsequenzen auszuleben und zu testen. Nicht alle meine Entscheidungen nahmen ein gutes Ende. Manchmal musste ich im Nachhinein alles wieder mühselig rückgängig machen und den Schaden so gut es geht begrenzen. Das alles hätte ich mir sparen können, hätte ich ein geordnetes Leben gewählt. Allerdings hätte ich so auch sehr viele meiner Erfahrungen nicht machen können. Diese Erfahrungen sind es am Ende, die mich in den letzten Jahren auch so sehr geformt haben und zu dem Machen, der ich heute bin.


Ich denke, ich bin nicht für ein geordnetes Leben mit geordneten Bahnen geschaffen. Mir würde dabei die Decke auf den Kopf fallen und ich würde ständig das Gefühl haben etwas zu vermissen. Dafür gehe ich auch gerne das Risiko ein, dass es wieder einmal eine längere Durststrecke geben kann. Und die wird es sicher geben. Genauso wie es irgendwann bergab gehen muss, muss es danach wieder irgendwann bergauf gehen. Und die Erfahrungen, die ich bei dieser Berg- und Talfahrt sammle, sind mir zu kostbar, als dass ich sie gegen ein monotones Leben im Gleichtakt der Gesellschaft eintauschen würde.


Das interessante an dieser Thematik ist jedoch, dass ich auf der anderen Seite ein sehr strukturierter Mensch bin. Bei mir hat alles seine Ordnung und alles wird geplant. Das scheint nun ein Widerspruch zu sein, doch hilft es mir, auch in den dunkleren Zeiten das Licht nicht aus den Augen zu verlieren. Für mich sind Pläne wichtig, da sie mir ein Ziel geben. Allerdings scheue ich auch nicht davor zurück, diese Pläne anzupassen, wenn es die Umstände erfordern. Diese Flexible und doch geplante Vorgehensweise hat mich in den letzten Jahren gut geführt und doch den einen oder anderen Erfolg eingebracht.


Wie seht ihr die Sache? Würdet ihr lieber ein geplantes und geordnetes Leben führen, oder geht ihr lieber Risiken ein und lebt mit den Konsequenzen? Lasst es mich wissen!

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