• Sinnlosoph

Frage 113: Einsamkeit und Abgeschiedenheit als Erholung

Ein Thema, welches mit Corona sehr aktuell geworden ist. Wie gehen wir mit Einsamkeit um und wie wirkt sich diese Abgeschiedenheit auf uns aus?

Würdest du einen Monat in Einsamkeit schätzen? Für Essen und eine Unterkunft wäre gesorgt.

Es gibt einen Grund, weshalb ich alleine Wandern gehe. Es gibt einen Grund, weshalb ich alleine mit zwei Katzen wohne. Es gibt einen Grund, weshalb es mir so gut geht.

Ich schätze die Ruhe, die mit der Einsamkeit kommt. Zu viele Menschen um mich herum machen mich fertig. Ich habe es lieber, wenn ich für mich alleine bin, oder nur einen kleinen Kreis an Menschen um mich herumhabe. Ich bin damit kein verkorkster Eigenbrötler, der alle anderen Misstrauisch betrachtet. Ich will lediglich außerhalb des Mittelpunktes stehen. Dabei verbringe ich meine Zeit sehr wohl gerne mit denen, die mir wichtig sind.

Als Schulleiter musste ich teilweise den ganzen Tag vor Menschen stehen und Schulungen halten. Nach acht Stunden, in denen ich keine Sekunde für mich hatte, war ich jeweils am Ende. Glücklicherweise waren diese Events meist am Freitag, so dass ich den kompletten Samstag im Bett verbringen konnte. Erst am Sonntag hatte ich meine eigenen Reserven wieder so weit aufgefüllt, dass ich etwas machen konnte.

Diese Eigenschaft ist im täglichen Leben nicht gerade hilfreich. Die meisten Berufe erfordern es, dass man sich unter die Menschen mischt und kontakte knüpft. Der Mensch als eigentlich soziales Wesen sucht diesen Kontakt auch und versteht dann nicht, wenn sich jemand zurückzieht. Mit dem Nationalen Lockdown bei der Corona Pandemie kam mir diese Eigenschaft jedoch zu gute.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, mehrere Wochen keinen Menschen zu sehen. Die wenigen sozialkontakte, die ich benötige, kann ich per Telefon bedienen. Den nötigen Körperkontakt holte ich mir, indem ich mit meinen beiden Katzen kuschelte. Wo andere an ihre Grenzen kamen, blühte ich förmlich auf. Denn die Abgeschiedenheit und Ruhe trieb meine Kreativität an und brachte mich auf neue Höhen.

Ich verstehe aber durchaus, dass die meisten Menschen eher extravertiert sind und den Austausch benötigen, um zu funktionieren. Für diese ist ein solcher Lockdown eine schlimme Sache. Ich hoffe allerdings, dass sie nun ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie es mir ging, wenn ich in den Mittelpunkt gezerrt wurde.

Wenn mir nun also angeboten wird, dass ich einen Monat alleine in irgendeiner Hütte verbringen müsste, würde ich mit Freuden annehmen. Ich finde dann sicher etwas zu tun, was ohne die Mithilfe von anderen Menschen gelingt. Sei es nun ein handwerkliches Projekt, etwas kreatives oder einfach nur die eigenen Gedanken zu ordnen. Ich würde mich dabei wesentlich besser erholen, als wenn ich eine Städtereise oder gar Partyferien machen würde.

Wie seht ihr die Sache? Braucht ihr in eurer Freizeit Menschen um euch, oder erholt ihr euch besser, wenn ihr Zeit für euch selbst habt? Lasst es mich wissen.

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