• Sinnlosoph

Frage 85: Gibst du Geld für dein Ansehen aus?

Heute geht es um die Verwendung des hart verdienten Geldes. Geben wir es für uns selbst aus, oder eigentlich, um anderen zu imponieren? Was ist der Hintergedanke hinter den Strandferien und dem neuen Auto?


Wenn dein Besitz keinen Einfluss auf die Meinung anderer hätte, würdest du dein Geld anders ausgeben?



Ich habe nun schon mehrfach erwähnt, dass mein Besitz recht überschaubar ist. Ich würde nicht sagen, dass ich ein streng minimalistisches Leben führe, aber viele Dinge habe ich über die Jahre optimiert und für mich zurechtgelegt. Das hat zum einen den Grund darin, dass ich ein sehr mathematisch denkender Mensch bin und gerne optimiere, aber auch, weil ich eine längere Zeit nicht besonders viel Geld zur Verfügung hatte und dieses entsprechend optimal einsetzen musste.


Mittlerweile geht es mir finanziell besser und ich kann mir gewissen Luxus leisten. Das tue ich auch, aber in erster Linie, um Geld zu sparen. Das klingt für den Anfang kontraproduktiv, aber mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass Discounterjeans nach einem Jahr durch sind. Kaufe ich mir Jeans von gewissen marken, halten diese das drei- oder vierfache. Kosten dabei aber nur etwas mehr als das Doppelte. Ich spreche hier natürlich nicht von Gucci oder Hermes, sondern Marken aus dem gehobenen Mittelfeld.


Allgemein habe ich nicht das geringste Interesse, meinen Kontostand nach außen zu präsentieren. Allgemein gilt Funktion vor Design. Das betrifft dann alles, von Kleidern über Haushaltsgeräte bis zu Duschmittel. Ich zähle aber auch zu den seltenen Leuten, die in die Ferien gehen und kein einziges Bild davon auf Instagram oder Facebook posten. Schließlich gehe ich in die Ferien, um mich zu erholen und neue Dinge zu sehen. Nicht um anderen unter die Nase zu reiben, dass ich eine Woche auf Bali gechillt habe und täglich nur das Beste vom besten gegessen habe.


Das Reisen an sich wurde aus meiner Sicht immer mehr zu einem Statussymbol. Ich hatte einmal eine Kollegin, die jedes Jahr mindestens drei Städtetrips unternommen hatte. Sie war in fast allen grösseren Städten Europas und hatte schon alles gesehen. Sie konnte aber zu keinem einzigen Ort wirklich etwas erzählen, da sie immer nur von einem Ort zum nächsten gehüpft ist. Für mich machte es den Anschein, als wolle sie möglichst vieles abarbeiten, um dann sagen zu können: Ich war da!


Ein weiterer Punkt, den ich bei vielen nicht verstehe, ist das Auto. Ich wohne im Einzugsgebiet einer Großstadt, mit Bus und Bahn direkt vor der Haustür. Wenn ich mir ein Auto zulegen würde, müsste ich im Jahr gut doppelt so viel zahlen, wie wenn ich ein entsprechendes Abonnement für den öffentlichen Verkehr hätte. Diese Rechnung habe ich mit einem alten Twingo gemacht, der nur 10'000 km pro Jahr gefahren wird. Wenn ich mir nun einen schicken BMW oder Porsche holen würde, wären die Kosten um ein Vielfaches höher. Genau aus diesem Grund habe ich mit 28 Jahren noch immer keinen Führerschein, obwohl ich es mir finanziell schon längst hätte leisten können.


Wenn mein Besitz also von niemandem beachtet werden würde, würde ich mich immer noch genau gleich verhalten. Denn, Fun Fact, der einzige, der sich für deine Karre interessiert, bist du selbst.


Wie seht ihr die Thematik? Sind eure Reisen und euer Auto auch Statussymbol? Kleidet ihr euch in Markenkleider, weil der Name draufsteht, oder geht ihr auch so pragmatisch vor wie ich? Lasst es mich wissen!

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