• Sinnlosoph

Frage 62: Der Zweck heiligt die Mittel

Heute wird es wieder etwas grausamer. Sind einige Ziele es Wert, die eigenen Prinzipien über Bord zu werfen?


Würdest du ein unschuldiges Kind opfern, um den Welthunger zu stillen? Was wäre, wenn es dein eigenes ist? Wie steht du zu Menschen, die ihre Moral verkauften, um großes zu erreichen?



Ich habe mir nun doch einige Zeit Gedanken dazu gemacht. rein mathematisch betrachtet, müsste ich dem zustimmen. Ein einziges Leben gegen das von hunderttausende. Dieser Handel müsste eingegangen werden. Allerdings kann ich es nicht mit mir selbst vereinbaren. Ich kann nicht über das Leben eines anderen Entscheiden. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob es sich um mein eigenes Kind, oder das von jemand anderem handelt. Es ist auch nicht relevant, ob es ein Kind ist, oder ein 90-jähriger Rentner. Ich vertrete einfach die Auffassung, dass jeder Mensch selbst über sein Leben bestimmen sollte und kein anderer das Recht hat, dieses zu beenden.


Anders würde es aussehen, wenn ich mich selbst für dasselbe Ziel opfern müsste. Hierbei wäre die Antwort klar ja. So hätte ich aus meinem Leben doch noch etwas Nützliches gemacht und mehr Menschen geholfen, als ich es lebend hätte tun können. Aber nur, weil ich die Dinge so mathematisch sehe, kann ich mir nicht erlauben, anderen die gleiche Effizienz aufzuzwingen.


Wenn andere Menschen ihre Prinzipien opfern, um etwas Großes zu erreichen, ist das deren Sache. Ich könnte es für meinen Teil nicht. Das geht bei mir so weit, dass ich niemals in einem Unternehmen der Rohstoff- oder Pharmaindustrie arbeiten würde. Ich werde mir auch niemals irgendwelche Beteiligungen an solchen Firmen kaufen, oder selbst mit Rohstoffen handeln. Wenn ich nun jedoch einen Privatkrieg gegen die Rockefeller-Familie starten würde, würde das weder die Welt verändern noch zu meinem eigenen Glück beitragen.


Es zeichnet sich also ab, dass ich ein Freund der freien Meinung bin. Jeder soll tun und lassen, was er für richtig hält, solange er mit den Konsequenzen leben kann. Ich habe meine moralischen und ethischen Vorstellungen, nach denen ich meine Handlungen ausrichte. Dem entsprechend kann ich keinen Menschen opfern, um andere zu retten. Wenn jedoch ein anderer Mensch eine andere Meinung hat, ist das sein gutes Recht und ich würde ihm sicher nicht im Weg stehen.


Interessant würde es dann werden, wenn ein anderer Mensch über das Leben meines Kindes entscheiden würde. Hier prallen zwei moralische Vorstellungen aufeinander. Da ich der Vater bin und damit eine gewisse Verantwortung trage, würde ich es nicht zulassen. Zumindest nicht, wenn mein Kind noch so jung ist, dass es selbst entscheiden könnte. Wenn es dem Plan jedoch aus freien Stücken zustimmt, wäre ich wieder machtlos.


Wie steht ihr zu solchen Themen? Habt ihr ebenfalls ethische Richtlinien, nach denen ihr eure Handlungen ausrichtet? Welche Freiheiten räumt ihr anderen ein und wo geht es aus eurer Sicht zu weit? Lasst es mich wissen!

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now