• Sinnlosoph

Projekt Eden - 13. Kapitel

Aktualisiert: Juli 6

Wieder trafen sie sich im Keller des Hauses. Auch Jenkyns saß wieder vor der Tür und wachte über sie. Zu den bekannten Gesichtern haben sich einige neue hinzugesellt, die sich in den letzten Tagen dem Widerstand angeschlossen haben. Alle sahen sie ernst auf den Tisch, der in der Mitte aufgestellt wurde und mit Bauplänen belegt war.

„Wenn wir durch die Kanalisation eindringen, können wir höchstens drei Leute hineinschicken. Zudem gibt es nur einen Zugang. Das ist zu riskant.“

„Dafür können wir sicher sein, dass dieser Weg nicht benutzt wird. Henry sagte ja, dass wir in der Speisekammer herauskommen und dass dort Kisten stehen. Wenn die Bediensteten überhaupt wissen, dass da eine Lucke ist werden sie kaum nachgesehen haben wohin sie führt.“



Die meisten der Anwesenden nickten zustimmend.

„Alina, verstehe doch, wenn wir drin sind müssen wir auch wieder heraus. Dafür müssten wir durch das ganze Erdgeschoss laufen.“

Eric tippte auf eine Stelle hinter der Bibliothek.

„Ich bin dafür, dass wir den neuen U-Bahnschächten folgen und hier im Lüftungskanal die Wand einreißen. Dann sind wir von Anfang an näher an seinem Büro und können so viele hineinschicken wie wir wollen.“

Wieder nickten die anderen. Angelo war sich sicher, dass die meisten den Plan überhaupt nicht lesen konnten.

„Wie sieht es denn mit den restlichen Informationen aus?“

Steve, der Sprecher der Nachbarn trat vor.

„Abgesehen vom üblichen Gerede über Adlige hat dieser Sir Adam anscheinend oft Besuch von unbekannten Boten. Wir versuchten sie zu verfolgen, haben sie aber immer bei der Rathausbrücke verloren. Es muss also jemand in der Stadt sein.“

Eric runzelte die Stirn, nickte aber.

„Habt ihr sonst noch etwas gehört?“

„Ja, anscheinend hat Sir Adam wohlhabende Freunde, die nicht geizig sind. Es geht das Gerücht um, dass er schon vor Jahren sein erspartes aufgebraucht hatte und jetzt auf Kredit lebt.“

Sie schwiegen, da sie nicht wussten was sie mit der Information anfangen sollten.

„Und wie sehen die Pläne der Wachen aus?“

Eine von Alinas Freundinnen trat zögernd einen Schritt hervor und legte einen Stapel Papiere auf den Tisch.

„Ich... Wir haben die Pläne. Aber wir wissen nicht ob sie nicht noch geändert werden.“ Sagte sie schüchtern.

„Danke, Elena. Das wird uns sicher helfen.“

Alina lächelte sie an und die Unsicherheit wich ein wenig aus ihren Zügen.

Angelo nahm die Pläne in die Hand und blätterte sie durch.

„Das sieht schlecht aus. Er hat immer mindestens zwei Wachen im Haus und regelmäßige Patrouillen um sein Grundstück. Am besten wäre es in drei Tagen. Da haben sie nur reduzierten Dienst.“

„Kein Wunder! Da findet doch diese Parade des Königshauses statt.“

„Wenn ich mir ein wenig Zeit nehme kann ich Fälschungen erstellen. Dann sollten wir auch im Haus auf wenig Gegenwehr stoßen. Allerdings bräuchte ich dafür ein entsprechendes Siegel.“

„Das kann ich besorgen.“

Henry trat aus den Schatten. Offensichtlich hatten ihn einige noch nicht bemerkt, da sie merklich zusammenzuckten als er die Stimme erhob.

„Da ich von der Krone über gewisse Weisungsbefugnis verfüge habe ich so ein Siegel.“

„Perfekt. Die falschen Befehle werden am besten kurz vor unserem Angriff übergeben. Ich weiß nicht, wie lange der Schwindel hält.“

Wieder stimmten alle zu.

„Wie sieht es mit der Ausrüstung aus?“

„Wir haben Hauen, Hacken und Äxte. Angelo hat glaube ich auch noch einige Spielereien entwickelt“ meldete Silas und Angelo nickte.

„Ich konnte einfache Prototypen vom Eden-Projekt aus dem Kopf nachbauen. Sie sind nicht besonders zuverlässig, aber sie werden einige Stunden halten.“

„Dann haben wir wohl alles was wir brauchen.“ Sagte Eric.

Der Kater Jenkyns hüpfte auf den Tisch und verlangte miauend nach Aufmerksamkeit. Alina nahm ihn auf den Arm und streichelte ihn.

„Lasst uns den Ablauf durchgehen.“ Seufzte Eric.

„Die Parade beginnt bei Sonnenuntergang. Könnt ihr kurz darauf die gefälschten Einsatzpläne beim Haus abliefern?“

Elena wurde rot, nickte dann aber.

„Gut. Angelo, Silas und ich werden uns in der Zwischenzeit im Lüftungsschacht einrichten. Wenn wir den Beginn der Parade hören brechen wir durch die Wand.“

„Was ist mit mir?“ fragte Alina.

„Du wirst hierbleiben. Ich werde nicht zulassen, dass du dich in Gefahr bringst.“

„Das werde ich nicht, ich komme mit!“

„Lass sie mitkommen. Wir können noch eine weitere Person gebrauchen. Jetzt, da Oric ausfällt, umso mehr.“ Unterstützte sie Silas.

Oric wedelte mir seinem noch immer eingebundenen Arm.

„Genau. Schlimm genug, dass ich nicht auf dich aufpassen kann. Da muss deine Schwester dabei sein, sonst stellst du noch was Dummes an.“

Eric grunzte unzufrieden.

„Na gut. Halte dich aber zurück.“

„Könnt ihr auf den Straßen für Unruhe sorgen? Ihr müsst nicht gleich die Kirche anzünden, aber eine Straßenblockade vor dem Haus würde ein wenig von uns ablenken.“

Angelos Vorschlag wurde von den Nachbarn aufgegriffen.

„Wir könnten eine Wagenpanne haben. Eine gebrochene Achse oder so“ sagte Steve nachdenklich.

„Gut. Wenn wir drin sind, wo beginnen wir zu suchen?“

„Ich würde in seinem Büro den Schreibtisch untersuchen. Adlige haben oft verborgene Fächer auf den Seiten oder unter der Tischplatte, um wichtige Dokumente und Geld zu verstecken.“

Meldete sich Henry unvermittelt zu Wort und erschreckte damit ein weiteres Mal einige der Anwesenden. Es schien sein Talent zu sein nicht aufzufallen.

„Sein Büro also. Wenn wir da nichts finden können wir uns die Bibliothek und das Wohnzimmer genauer ansehen. Für mehr wird die Zeit kaum reichen.“

„Falls wir hineinkommen“ warf Eric ein.

„Da Alina mitkommt, will ich, dass wir die ganze Aktion beim geringsten Wiederstand abbrechen.“

Er wirkte entspannt, doch an seiner Stimme erkannte man, dass er sich wirklich Sorgen um seine Schwester machte.

Niemand hatte einen Einwand dagegen. Die meisten erinnerten sich wohl noch an die Eröffnungsrede von letztem Mal.

Alina setzte den Kater auf der Treppe ab und trat vor den Tisch.

„Dann wäre nun alles geklärt. Zwei Tage danach, also in fünf Tagen treffen wir uns wieder, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Kommt aber nicht mehr alle zusammen, das fällt auf.“

Langsam löste sich die Versammlung auf. Die meisten gingen nach oben. Eric begleitete seine Freunde aus der Miene, Alina besprach noch etwas mit Elena und Angelo schnappte sich die Einsatzpläne, um sie mit Henry durchzusehen. Dieser war allerdings schon verschwunden.

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