• Sinnlosoph

Projekt Eden - 17. Kapitel

Zögerlich klopfte sie an der Tür und wartete. Kurze Zeit später wurde sie geöffnet.

„Sie wünschen?“

Der Buttler sprach in einem herablassenden, nasalen Tonfall, der Elena die Nackenhaare aufstellte.

„Ich habe einen Brief. Könntet ihr ihn zustellen?“

Sie streckte ihm den versiegelten Umschlag entgegen. Der Buttler nahm ihn, prüfte das Siegel und blickte sie abschätzig an.

„Ich werde es weiterleiten.“

Ohne ein weiteres Wort wurde die Tür geschlossen und Elena stand etwas überrascht da. Sie blickte sich um und entdeckte die Straße hinunter die anderen.

Langsam ging sie auf sie zu und beobachtete die Menschen auf der Straße. Bald würde die Parade beginnen. Das bedeutete, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten.

Mit einem Nicken signalisierte sie den anderen, dass es Zeit für ihren Einsatz war. Sie huschte in eine Nebengasse und beobachtete noch kurz wie der Wagen in Bewegung geriet.

Steve saß auf dem Bock der Kutsche und lenkte sie auf die Straße. Die hintere Achse war so präpariert, dass sie bei stärkerer Beschleunigung brach.

Er führte den Wagen am Haus von Sir Adam vorbei auf die Kreuzung, die zum Palast führte. Dort versetzte er seinem Pferd mit der Gerte einen Schlag auf den Hintern. Dieses sprang erschrocken nach vorne, was die hintere Achse brechen ließ.

Sofort geriet der weitere Verkehr ins Stocken. Der Wagen war nun so platziert, dass man nur zu Fuß an ihm vorbeikam und auch das nur, wenn man sich an den anderen Menschen vorbei drängen konnte.

„Was soll das?! Fahr weiter!“

„Ich kann nicht, mein Wagen steckt fest.“

Nur mit Mühe konnte sich Steve ein grinsen verkneifen. Es würde nicht mehr lange dauern und die ganze Kreuzung würde vor Menschen überquellen.

„Kann jemand einen Handwerker holen? Ich glaube die Radachse ist gebrochen.“

Er stieg ab, um sich den Wagen anzusehen und die umherstehenden in ein Gespräch zu verwickeln, da ertönte auch schon der Paukenschlag, der die Parade einleitete. Steve hatte somit seinen Teil erfüllt und musste nur noch dafür sorgen, dass die Blockade eine Weile hielt.

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