• Sinnlosoph

Feuerkrieger - 13. Kapitel: Hinter der Front

„Alles verläuft nach Plan. Ist es nicht äußerst befriedigend, wie nach jahrelanger Planung und Vorbereitung alles so von statten geht wie ich es beabsichtigte?“

Setch wusste, dass es eine rein rhetorische Frage war. Sein Meister sprach nie mit ihm. Allerhöchstens um einen Befehl zu geben. Doch selbst diese bevorzugte er stumm mit einer einfachen Geste zu vermitteln. Doch er war dankbar. Dankbar dafür, nicht auf dem Schlachtfeld stehen zu müssen. Dankbar um die weggeworfenen Knochen, die er abnagen, aufbrechen und ausschlürfen durfte. Alles in allem führte er ein Leben, dass aus seiner Sicht kaum besser hätte verlaufen können. Von den regelmäßigen Schlägen und Experimenten abgesehen. Er wurde erschaffen, um zu dienen und dies konnte er an keinem Ort besser als an der Seite seines Meisters.



„Bald wird es so weit sein. Nicht mehr lange und Seenheim wird fallen. Ich spüre wie die magische Kraft Tag für Tag schwindet. Und wenn es so weit ist, brauche ich niemanden mehr zu fürchten.“

Mit einem schmalen Lächeln auf seinen eingefallenen Zügen wandte er sich um. Ein seltener Anblick. Setch diente ihm nun schon seit mehreren Jahren und doch war so ein selbstzufriedener Ausdruck nur selten auf dem Gesicht seines Meisters zu sehen.

„Nicht mehr lange und ich werde die beiden größten Mächte der Welt in mir vereinen. Und du mein unterwürfiger Speichellecker wirst mir dabei helfen.“

Diese Worte waren wie Nektar in Setchs zerfetzten Ohren. Stolz und begierig stellte er sich auf seine verbogenen Hinterbeine und reckte die Brust vor.

„Du wirst für mich nach Shathar-Dur gehen und das Ritual vorbereiten. Hast du verstanden?“

Setch nickte so heftig, dass man glauben könnte ihm würden bald die ohnehin schon hervorquellenden Augen aus den Höhlen fallen.

„Gut. Und ich muss dir wohl nicht mehr sagen was passiert, wenn du die Arbeit nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit ausführst?“

Mit einem Kopfschütteln verneinte er. Das Klatschen seiner umher schwingenden Ohren übertönte selbst das Gegrunze aus dem Heerlager.

„Ich sehe du hast gelernt. Nun entferne dich. Und denke daran, die Schüreisen sind schnell zum Glühen gebracht.“

Kaum das er fertig sprach verbeugte sich Setch so tief, dass seine Nase regelrecht durch den Schlamm auf dem Hügel gezogen wurde. Sein Meister blieb zurück und ließ den Blick angewidert über den Haufen unter sich gleiten. Hauptsächlich Orks und Goblins zusammen mit vereinzelten Ogern und Trollen. Niedere Kreaturen. Wenn sein Plan aufging wäre er nicht weiter auf sie angewiesen. Mit der Macht, die er anstrebte, wäre es ihm möglich eine noch größere Armee auf zu stellen. Direkt aus den Tiefen der Hölle, nicht nur aus deren Vorposten. Diese Beschwörung hatte lediglich einen Nachteil: Es brauchte viel Energie. Sehr viel Energie. Doch auch daran hatte er bei seiner Planung gedacht. Sein bisheriges Heer benötigte er dann nicht weiter. Doch wieso sollte man so viel Lebenskraft ungenutzt versiegen lassen? Nein, er würde sie nutzen. Es würde ein Massensterben unter seinen Dienern geben. Und für jeden Geopferten könnte er einen stärkeren und viel mächtigeren Verbündeten zu sich rufen und kontrollieren. Diese Armee von Dämonen zusammen mit seiner unermesslichen Macht würde es ihm ermöglichen seine Vision zu verwirklichen. Ja, die Welt würde nach seinem Willen geformt, seine Bestimmung erfüllt werden. Nicht mehr lange und diese Welt würde im Blute der Getöteten ertrinken.

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