• Sinnlosoph

Feuerkrieger - 3. Kapitel: Die einzigen Überlebenden

Schweißgebadet setzte sich Travos auf. Ein donnernder Schmerz durchfuhr seinen Kopf und lies ihn wieder zurücksinken. Es dauerte einen Augenblick bis er realisierte, was um ihn herum war. Neben ihm brannte ein Feuer, auf welchem ein zerbeulter alter Topf hing. Er blickte sich in seinem Lager um und stellte fest, dass vor nicht allzu langer Zeit jemand anderes hier gewesen sein musste. Kürzlich wurde frisches Holz nachgelegt. Seine gesamte Habe war zu einem handlichen Bündel geschnürt und lehnte an einem Felsen. Erstaunt stellte er auch fest, dass er einen Verband um den Kopf hatte und noch etwas getrocknetes Blut an seinem Nacken klebte.



Ein leises Rascheln hinter ihm ließ ihn herumfahren und bescherte weitere Kopfschmerzen. Andro stand hinter ihm, zwei prall gefüllte Wasserschläuche in der Hand.

„Hast du endlich ausgeschlafen?“

Andro lächelte und hielt ihm das Wasser hin.

„Hast einen ordentlichen Schlag abbekommen. Diese scheiß Goblins haben mehr Kraft als man ihnen zutraut.“

Nach einigen gierigen Schlucken warf Travos den Schlauch neben sich ins Gras.

„Wie viele überlebten?“ fragte er heiser und starrte ausdruckslos ins Feuer.

Allmählich kamen die Erinnerungen von dem Kampf zurück. Wie er vom Pferd fiel. Wie die meisten seines Bataillons bereits im Sterben lagen und er schließlich getroffen wurde.

„Einige der Goblins konnten fliehen, wenn du das meinst. Auf unserer Seite Leben nur noch wir zwei.“

Er seufzte und blickte in den Himmel.

„Hauptmann Rick und der neue, waren schwer verwundet und starben, als ich einen Lagerplatz suchte. Ihre Wunden waren zu tief und ich bin Krieger, kein Heiler.“

Nun schaute er direkt in Travos Augen und es war deutlich zu erkennen, wie Nahe ihm alles ging.

„Ich hatte noch nicht einmal Zeit sie zu begraben. Sonst wärst du vielleicht auch noch liegen geblieben.“

„Was ist mit dem König? Ist er auch…?“

Andro zuckte mit den Achseln.

„Ich habe keine Ahnung wo er ist. Ich konnte seine Leiche nicht finden. Wahrscheinlich ist er bei dem Durcheinander geflohen.“

„Hmm…“

Travos wusste, dass der König keinen Tag allein in der Wildnis überleben würde. Der verfressene alte Narr war sich an ein Himmelbett und ein Dutzend Bedienstete gewöhnt, die ihm jeden Wunsch von den Lippen ablasen. Dadurch war es nicht immer eine angenehme Aufgabe zu seiner Garde zu gehören. Besonders, wenn eine längere Reise anstand.

„Schlaf ein wenig, Andro. Du hast heute mehr als genug geleistet.“

Ein dankbares Brummen war alles, was er von sich gab. Kurze Zeit später war leises Schnarchen zu hören.

„Was nun? Wir sind gestrandet. Irgendwo in einem Land, welches nicht meine Heimat ist. Was ist der nächste Schritt?“, murmelte Travos gedankenverloren vor sich hin.

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