• Sinnlosoph

Frage 63: Die Geschichte von Abraham und Isaak

Heute wird es religiös. Ich bin am ehesten dem Lager der Agnostiker zuzuordnen. Allerdings habe ich katholischen Religionsunterricht besucht und mich selbst über die wichtigsten anderen Weltreligionen belesen. Dem entsprechend kommt mir diese Frage sehr bekannt vor und erinnert mich an die Geschichte von Abraham und seinem Sohn Isaak.


Wenn Gott dir befiehlt, alles hinter dir zu lassen und Fischer auf einer einsamen Insel zu werden, würdest du es tun? Was wäre, wenn er verlangt, dein Kind zu opfern? Oder von dir wünscht, dass du so viele Kinder wie möglich zeugst?



Wer mit dem Begriff Agnostizismus nichts anfangen kann: Prinzipiell wird die Existenz eines oder mehrerer Götter nicht hingenommen, aber auch nicht grundsätzlich abgelehnt. Es ist schlicht nicht zu beantworten, da es für unser doch sehr beschränktes Verständnis des überirdischen nicht nachvollziehbar ist. Wenn wir das nun auf diese Frage anwenden, wäre ich zunächst einmal sehr skeptisch. Falls Gott zu mir sprechen würde und mir Befehle gibt, würde meine agnostische Ansicht wiederlegt werden und ich müsste als Konsequenz gläubig werden. Diese Überzeugung wäre aber nicht einfach durch jeden dahergelaufenen zu erreichen. Falls ich also die Auffassung vertrete, dass wirklich Gott zu mir gesprochen hätte, würde ich ihn auch als wahrhaftigen Schöpfer der Menschheit und des gesamten Universums anerkennen.


Mit dieser Grundlage würde ich dennoch nicht einfach stumm seine Befehle befolgen. Er müsste mir schon einen sehr guten Grund geben, um meine Prinzipien, wie im letzten Beitrag beschrieben, über Bord zu werfen. Mit der einsamen Insel hätte ich weniger Probleme. Ich mag zwar keinen Fisch und meide alles, was aus dem Wasser kommt, aber immerhin betrifft es nur mein eigenes Leben. Um Mein Kind her zu geben bräuchte es sehr viel Überzeugungskraft. Ich müsste also der Auffassung sein, dass es für mein Kind einen bedeutenden Vorteil bieten würde. Einfach aus einer Laune heraus oder zum Wohle der Menschheit würde er mein Kind nicht erhalten. Für die letzte Aufforderung mit den vielen Kindern könnte ich mich überzeugen lassen, es bräuchte aber wieder einen guten Grund. Eigentlich möchte ich keine Kinder und ich denke, dass ich kaum ein wirklich guter Vater wäre. Zudem habe ich kein allzu großes Verlangen nach Sex und Reproduktion, so dass auch der Akt selbst keine wirkliche Genugtuung dafür wäre. Ich denke aber, wenn ich für ein grösseres Ziel eingesetzt werde und mir dieses ausreichend erklärt wird, wäre ich dazu bereit.


Sollte ich bei der ganzen Geschichte nicht der Meinung sein, dass es sich wirklich um Gott handelt, sondern zum Beispiel eine gemeinnützige Organisation dahintersteckt, könnten sie mir gepflegt vor der Haustüre verrotten. Ich habe mich in der Vergangenheit ausreichen für ein Unternehmen aufgeopfert, welches mir schlussendlich nur einen Bruchteil davon vergütet hatte. Ich mache denselben Fehler nicht nochmals und würde mich selbst verdammen, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse wieder derart hintenanstellen müsste.


Wie steht ihr zu diesem Thema? Seid ihr streng gläubig, oder haltet ihr es eher etwas lockerer? Woran glaubt ihr? Lasst es mich wissen!

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