• Sinnlosoph

Frage 83: Wie fühlt sich mittelmässigkeit an?

Heute widmen wir uns dem Durchschnitt. Hierbei muss ich etwas weiter ausholen, da die Auffassung der Mittelmäßigkeit sehr stark subjektiv geprägt ist. Am Ende bricht es sich aber sehr stark auf den einzelnen Charakter hinunter.


Würdest du lieber mit jemandem zusammenspielen, der besser oder schlechter ist als du? Ändert sich deine Antwort, wenn dir andere zuschauen? Wie würde es sich anfühlen, wenn du in allem durchschnittlich wärst? Wäre es erleichternd, oder erniedrigend?



Ich vertrete die Auffassung, dass sich jeder selbst als Mass der Dinge sieht. Man ist in den eigenen Augen "normal", da das der Zustand ist, den man am meisten und genauesten beobachten kann. Hierbei spielt es dann keine Rolle, ob die Mehrheit der anderen eine andere Auffassung besitzen. Somit besitzt jeder sein eigenes Mass an Normalität und Mittelmäßigkeit. Dieser Umstand lässt sich aktuell sehr stark bei maßgeschneiderten Nachrichten aufgrund eines Algorithmus beobachten. Jeder sitzt in der Blase, die der Algorithmus aufgrund der eigenen Vorlieben, Suchanfragen und etymologischen Charakteristika zusammengebaut hat. Dem entsprechend nimmt man diese Eindrücke vermehrt war und hält sie am Ende für allumfassend korrekt.


Wenn wir diese Ansicht nun also beibehalten, befindet sich jeder einzelne Mensch durchgehend in der eigenen Mittelmäßigkeit. Wenn wir nun aber den tatsächlichen, statistischen Durchschnitt nehmen, sieht die Sache wieder anders aus. Wahrscheinlich werden sich die meisten dennoch irgendwo in der Mitte finden. Sie werden in einigen Dingen überdurchschnittlich sein, aber in genau so vielen Dingen unterdurchschnittlich. Bei einer Anwendung auf eine ganze Bevölkerungsgruppe oder die gesamte Menschheit, würde sich die Gaußsche Glocke abzeichnen.


Dem entsprechend müssen wir uns alle der Realität stellen und einsehen, dass wir am Ende nichts Besonderes sind. Es gibt die wenigen Ausnahmen, die mit 12 bereits einen Doktortitel haben, oder Olympiagold in Leichtathletik holen. Das sind dann aber wirklich die Randerscheinungen, von denen es Statistisch gesehen einfach nicht so viele gibt. Die Chance ist viel grösser, dass du und ich einfach ganz normale Menschen sind. Ohne besondere Fähigkeiten, Schwächen oder Eigenschaften.


Nach diesem Exkurs lässt sich die Frage auch relativ leicht beantworten. Mit ist es egal, mit wem ich zusammenspiele, solange es Spaß macht. Es ist mir auch egal, wer dabei zusieht. Schlussendlich sind alle, die in diesem Spiel besser sind als ich, in etwas anderem schlechter. Genauso wie jeder Zuschauer einfach nur auf seine Art durchschnittlich ist. Nach dieser Erkenntnis ist es auch weder erleichternd noch erniedrigend, wenn ich absolut durchschnittlich wäre. Am Ende kommt es dann darauf an, wie man damit umgeht. Ich sehe da sehr viel Potential drin, denn wenn es so viele Erfolgreiche Menschen gibt, ist sicher auch einer darunter, der genau so durchschnittlich ist wie ich. Dem entsprechend stehen mir alle Türen offen.


Wie seht ihr die Sache? haltet ihr euch auch für durchschnittlich, oder würdet ihr euch besser als den Rest einstufen? Lasst es mich wissen!

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