• Sinnlosoph

Frage 97: Wann mischst du dich in das Privatleben deiner Freunde ein?

Der Mensch braucht soziale Beziehungen. Auch ich als unverbesserlicher Eigenbrötler, der die Ruhe und Abgeschiedenheit liebt, tauscht sich gerne mit anderen aus und hat Freunde, die ihm wichtig sind. Wann fühlen wir uns jedoch verpflichtet, in das Leben unserer Nächsten einzugreifen?


Dein bester Freund verliebt sich in eine Person, die dir unheimlich ist. Würdest du Nachforschungen betreiben, um allfällige Fehltritte aus der Vergangenheit aufzudecken? Wann würdest du es deinem Freund sagen? Wie würde sich dein Verhalten verändern, wenn solche Nachforschungen irgendwann normal wären?



In früheren Jahren, als ich und meine Freunde unsere liebe Mühe hatten mit dem Hormonüberschuss klar zu kommen, der unsere Körper flutete, gab es diese Diskussion oft. Ich wurde dann gerne als Seelsorger aufgesucht und jeder einzelne hatte mir seine Ängste und Befürchtungen zu seinem neuen Partner mitgeteilt. Meist habe ich nur zugehört und keine konkreten Tipps gegeben. Das hat vielen bereits geholfen, da sie dann ein Ventil für ihren Frust hatten. Ich hingegen sammelte Informationen zu den unterschiedlichsten Personen in meinem Umfeld.


Diese Informationen habe ich dann zu großen Teilen für mich behalten. Ich sah keinen Grund dafür, noch mehr Unruhe zu schaffen, indem ich die aufgeschnappten Gerüchte noch weiterverbreitete. Der einzige Punkt, bei dem ich jeweils eingegriffen habe, war, wenn ich merkte, dass jemand unter der Beziehung leidet. Solange die Person jedoch glücklich war, wollte ich nichts anmerken. immerhin kann das, was mir abstoßend vorkommt genau der Fetisch sein, der ein anderer anziehend findet.


Ähnlich halte ich es auch heute noch. Ich mische mich nicht in die Beziehungen anderer ein. Sie müssen selbst wissen, wen oder was sie zuhause haben wollen. Ich biete jedoch immer noch jedem ein offenes Ohr, damit sie mir ihre Sorgen mitteilen können. Erst, wenn sie sichtlich negativ beeinflusst sind, gebe ich den Rat, die Beziehung vielleicht noch einmal zu überdenken. Doch auch hier muss schlussendlich jeder selbst glücklich werden.


Wenn ich die Situation einmal umdrehe und aus meiner eigenen Sicht betrachte, würde ich auch nicht wollen, dass mir jemand in mein Liebesleben hineinpfuscht. Wenn ich den Rat oder die Hilfe eines anderen wünsche, werde ich schon danach fragen. Ansonsten geht es im Grunde niemanden etwas an, ob und wie ich die Beziehung pflege. Am Ende des Tages leben wir immerhin in einer relativ aufgeklärten Teil der Welt und jedes Tierchen darf sein Pläsierchen haben.

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