• Sinnlosoph

Frage 108: Geliehenes, das niemals zurück kommt

Geld leihen ist etwas, dass wahrscheinlich niemand gerne macht. Vor allem, wenn damit Zinsen verbunden werden, die ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen können. Wenn es jedoch in der Familie bleibt, ist es nicht so schlimm. Oder?


Hast du jemals Geld von Freunden oder Familie "ausgeliehen" und es nicht zurückgegeben? Was waren die Gründe dafür? Hat das schon jemand bei dir gemacht?



In der Regel bin ich es, der in der Familie Kredite vergibt. Einfach aus dem Grund, weil ich am besten damit umgehen kann und dem entsprechend mit das größte Polster habe. Gerade mein Bruder war einige Male froh, dass ich ihm ein wenig unter die Arme greifen konnte. Er hat mir jedoch alles zurückgezahlt oder wir haben es mit laufenden Ausgaben verrechnet. So konnte ich zum Beispiel in der Bar auf seine Kappe trinken und wir rechneten es von der Restschuld ab.


Einmal musste ich jedoch einen größeren Betrag von meinem Onkel erbitten. Damals war ich noch in der Ausbildung und ich konnte mir das Schulgeld für das letzte Semester nicht leisten. Es gab die Möglichkeit, in der Familie zu fragen, oder einen Kleinkredit aufzunehmen. Dieser Kredit hätte jedoch an die 10% Zinsen verursacht. Dem entsprechend froh war ich, dass ich das Geld in der Familie auftreiben konnte. Das einzige Problem war, dass er es nie wieder zurückerhielt.


Man kann mich nun als Schmarotzer beschimpfen. Als Zecke, die immer auf den eigenen Profit besteht, anderen jedoch nichts zurückgibt. Allerdings muss man meinen Onkel dabei mit einbeziehen. Er hat einen ziemlich guten lohn, lebt allein und hat einen recht bescheidenen Lebensstil. Sein Geld gibt er am liebsten für Ferien und gutes Essen aus. Allerdings hat er auch dann noch mehr als genug. Der Betrag, den er mir gab, war für ihn kein so großes Ding und beeinträchtigte ihn kaum. Als ich ihn dann darauf ansprach, wie und wann ich es zurückzahlen möchte, wurde er beinahe schon wütend.


Er war glücklich damit, mir helfen zu können. Für ihn war dieses Geld gut investiert und er wollte es nicht zurück. Hätte ich darauf bestanden, hätte er sicher einen Weg gefunden, es mir wieder zurück zu zahlen. Dieses Verhalten hat mir im ersten Moment Schuldgefühle gegeben, mich aber auch beeindruckt. Nun bin ich so weit, dass ich mir ein ähnliches System aufbauen möchte. Da ich selbst wohl keine Kinder haben werde, möchte ich zumindest für meine restliche Familie Privatbank spielen. Wenn die Kinder meines Bruders einmal in der Situation sind, dass sie Geld für ihre Ausbildung benötigen, trete ich gerne für sie ein. Bis dahin muss ich mir nur noch einen genug großen Geldstrom aufbauen, der diese Lebensart unterstützt. Da bin ich aber auf einem guten Weg.


Wie steht ihr zum Thema Geld in der Familie? Seid ihr eher derjenige, der den Kredit beansprucht, oder ihn vergibt? Was macht ihr, wenn ihr das Geld nicht zurückerhaltet? Lasst es mich wissen!

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