• Sinnlosoph

Frage 51: Was ist deine grösste Schwäche?

Heute geht es um die eigene Inkompetenz. Die eigene Schwäche, die einen daran hindert, großes zu erreichen. Egal wie gut du bist, es gibt immer einen Bereich in deinem Leben, den du noch ausbauen kannst. Bei mir ist die Schwäche ziemlich ausgeprägt.


Wenn du eine Fähigkeit oder einen Charakterzug erlangen könntest, den du bewunderst, welcher wäre es? Kannst du es dir selbst erarbeiten?



Wer mich kennt, wird mir auf der Stelle zustimmen. Ich habe ein sehr analytisches und zahlen basiertes Hirn. Egal um was es geht, ich versuche ein Muster zu erkennen, dieses zu quantifizieren und daraus abgeleitet irgendwelche Schlussfolgerungen zu berechnen. Diese Fähigkeit ist ganz praktisch, wenn es um Hardskills geht. So habe ich in Mathematik keine Schwierigkeiten und auch komplexere Bewertungen von Investitionen oder ganzen unternehmen fällt mir relativ leicht. Schwieriger wird es dann aber, wenn Softskills gefragt sind.


Bestes Beispiel ist der zwischenmenschliche Umgang. Ich habe in den letzten Jahren durchaus Fortschritte erzielt. Allerdings trete ich immer noch allzu häufig in Fettnäpfchen. Smalltalk ist für mich ein Graus und endet immer in unangenehmer Stille. Menschen, ohne ein bestimmtes Ziel anzusprechen fällt mir also sehr schwer.

Anders sieht es aus, wenn es darum geht, jemanden zu beraten, etwas zu verkaufen, oder zu motivieren. Hier greifen meine Fähigkeiten wieder und ich kann die meisten Beteiligten aufgrund von Zahlen, Daten und Fakten überzeugen und mit ins Boot holen.


Das macht mich zu einem vielseitig einsetzbaren Arbeitstier. Wo es allerdings klemmt zeigt sich, wenn es darum geht, tiefgreifendere Beziehungen zu knüpfen. So habe ich trotz meiner Position im Unternehmen kein wirkliches Netzwerk an Kontakten aufbauen können. Wenn ich ausgehe bleibe ich in der vertrauten Gruppe und lerne nur neue Menschen kennen, wenn sie von einem bestehenden Mitglied eingebracht werden. Dabei hinterlasse ich meist den Eindruck eines verschrobenen Sonderlings, der vielleicht ganz interessant, aber auch sehr seltsam und womöglich etwas unheimlich ist.


Wenn ich mir also eine Fähigkeit aussuchen könnte, wäre es die, offen auf Menschen zuzugehen und auch einen sympathischen Eindruck zu hinterlassen. Es würde mir schon helfen, wenn ich zumindest lernen könnte, wie ich meine Gefühle und Ziele so darstellen kann, dass sie auch richtig verstanden werden. Aktuell habe ich das Problem bei der Jobsuche. Bei den Vorstellungsgesprächen muss ich mir immer mal wieder anhören, dass ich aufgrund meiner Art nicht ins Team passen würde. Der Umstand, dass ich in einer vertrauten Umgebung jedoch anders reagiere und handle, wird dann einfach außer Acht gelassen.

Am Ende muss ich aber auch sagen, dass ich ganz froh um meine daraus gewonnene Ruhe bin. Ich merke es regelmäßig, wenn ich beruflich vor Menschen auftreten muss. Sei es nun bei einer Präsentation, oder beim Unterrichten. Die Sache selbst macht mir Spass und ich habe Freude daran. Nach einem vollen Unterrichtstag mit sechs Stunden bin ich allerdings so ausgelaugt, dass ich einige Stunden Schlaf brauche. Es scheint, mein Körper wehrt sich gegen den Sozialen Mittelpunkt und da ich nicht auf ihn höre, fordert er nachträglich seinen Tribut. Dafür wird aber mein introvertierter Charakter zu Grunde liegen. Wer sich zu diesem Thema einlesen möchte, dem kann ich das Buch "Still: Die Kraft der Introvertierten" von Susan Cain empfehlen. Darin werden unter anderem die Folgen von sozialer Überanstrengung erklärt und wieso es dazu kommt.


Wo liegen eure Schwächen? Seid ihr ebenfalls introvertiert oder habt ihr Tipps, wie ich mein Ziel erreichen könnte? Lasst es mich wissen!

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