• Sinnlosoph

Frage 171: Zwölf Stunden Happyness

Ich bin für die Legalisierung sämtlicher Drogen. Der Mensch soll selbst entscheiden, was er seinem Körper antun will. Wie sieht es nun aus, wenn mir eine neue Droge angeboten werden würde.

Würdest du ein Medikament nehmen, dass dich für die nächsten 12 Stunden glücklich macht und dabei keine Nebeneffekte hat? Wie sieht es aus, wenn die Gefahr einer Abhängigkeit besteht?

Mein Körper läuft zu großen Teilen auf Koffein. Solange ich meinen Kaffee bekomme, ist die Welt in Ordnung und ich brauche nicht zwingend noch weitere Substanzen, die mich stimulieren. Zudem macht mir dieses Medikament stark den Eindruck, dass es sich um ein Antidepressivum handelt. Obwohl ich mit Depressionen zu kämpfen habe, weigerte ich mich vehement irgendwelche Gefühlspillen einzunehmen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis gesehen, welche Art von Nebenwirkungen dabei auftreten können. Da verzichte ich gerne darauf.

Allgemein halte ich nicht besonders viel davon ein Problem symptomatisch zu bekämpfen. Wenn man unzufrieden mit seinem Leben ist, kann man sich kurzfristig eine Pille einwerfen und die Welt sieht für einige Stunden wunderbar aus. Doch das ändert nichts an der Ausgangslage. Meine Abneigung dazu kommt von meinen Erfahrungen mit Schmerzmitteln. Wie ich erwähnte, ist mein Rücken nicht mehr ganz in Ordnung. Das bedeutete, dass ich mit 19 ziemlich viele und starke Schmerzmittel schlucken musste, um am Leben teilnehmen zu können. Das änderte aber nichts daran, dass die Ärzte zu unfähig waren eine konkrete Ursache zu finden. Sie schoben es einfach auf die Psyche ab und wollten mich mit den Schmerzmitteln über Wasser halten, bis es vorbei wäre. Glücklicherweise hatte ein Neurologe eine sinnvolle Idee und verwies mich in eine medizinische Trainingstherapie. Die Stärkung meiner Rückenmuskulatur führte dazu, dass der Schmerz nachhaltig zurück ging.

Heute bin ich die meiste Zeit schmerzfrei und ich nehme eigentlich nur noch Schmerzmittel, wenn ich einen Migräneanfall habe. Ähnliches habe ich auch mit meinen Depressionen vor. Ich will nicht einfach ein Medikament, welches mir den Moment vereinfacht. Ich will eine dauerhafte Lösung des Problems. Das bedeutet viel Arbeit, schmerz und Leid. Aber es lohnt sich, wenn ich danach ein unbeschwertes Leben führen kann.

Um also auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich würde es nicht einnehmen. Ich würde es aber auch niemandem verbieten. Schlussendlich muss jeder selbst wissen, was er sich antun will und womit er zu leben hat.

Wie seht ihr die Sache? Habt ihr eine grundlegende Abneigung oder würdet ihr es einfach aus Spaß einmal probieren? Lasst es mich wissen!

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