• Sinnlosoph

Frage 39: Tödlicher Impfstoff gegen Krebs

Eine moralische Frage über Leben und Tod. Wie mittlerweile bekannt sein sollte, bin ich ein Freund der Selbstbestimmung. Dem entsprechend sollte meine Antwort nicht großartig überraschen.


Wenn ein Impfstoff gegen Krebs entwickelt wird, der 5% der Patienten tötet, würdest du das Medikament zulassen?



Krebs ist die Geißel der modernen Gesellschaft. Ich habe selbst einige Verwandte durch Krebs verloren. Wenn man genau ist, betraf es die Hälfte der dahingeschiedenen. Die andere Hälfte starb an einem Herzinfarkt. Beide Erkrankungen sind vererbbar, weshalb mich das eine oder andere wahrscheinlich ebenfalls irgendwann betreffen wird. Welches von beiden werden wir vielleicht noch sehen.


Wenn ich nun also die Wahl hätte, ein Medikament zuzulassen, welches gegen alle Formen von Krebs schützt, bin ich zunächst sehr interessiert. Wenn als Nebeneffekt aber eine 5% Mortalität eintritt, muss ich es mir nochmals überlegen. Aktuell würde ich den Impfstoff sicher nicht nehmen. Meine Verwandten erkrankten jeweils weit nach dem 70. Lebensjahr an Krebs. Da ich mit 28 also noch gut und gerne 40 sorglose Jahre vor mir habe, ist das Risiko noch zu groß. Anders sieht es dann aus, wenn ich langsam in das kritische Alter komme.


Da kommt es dann sehr darauf an, wie weit sich die Medizin noch entwickelt. Unter Umständen sind dann aktuell tödliche Erkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs nur noch ambulante Eingriffe. In einem solchen Fall würde ich die Impfung ebenfalls ablehnen. Gehen wir aber davon aus, dass es auch in vierzig Jahren noch ein Todesurteil ist, ändert das die Sachlage. Dann wäre ich nämlich sehr daran interessiert, mir das Leid und die Belastung für die Familie zu ersparen.


Das würde wiederum bedeuten, dass ich bis zum Zeitpunkt der Impfung meinen Frieden machen kann. Wenn ich dann zu den 5% gehören würde, könnte ich immerhin ohne Reue gehen. Wenn ich es überlebe und mir keine Sorgen um Krebs machen muss, beginnt ein neues Leben. Ich kann dann ohne die ständige Angst eines qualvollen Todes meinen Lebensabend genießen. Diese gewonnene Lebensqualität ist nicht zu unterschätzen.


Ich würde die Zulassung also so gestalten, dass alle Möglichkeiten aufgezeigt werden. Ich stelle es mir ähnlich vor, wie bei der Stammzellenspende. Das habe ich bislang noch nicht gemacht, ich bin aber in der Datenbank eingetragen und es könnte sein, dass sie irgendwann auf meine Stammzellen angewiesen sind. In diesem Fall habe ich bereits bei der Anmeldung sämtliche Informationen zum Ablauf, den Risiken und den Folgen erhalten. Sollten sie mich für eine Spende anfragen habe ich bis zum absolut letzten Zeitpunkt die Möglichkeit, einen Rückzieher zu machen. Ähnlich sollte es bei dieser Krebsimpfung sein. Die gesamte Prozedur sollte durch einen Spezialisten begleitet werden und der Patient müsste bis zum Ansetzen der Nadel die Möglichkeit haben, die Sache abzublasen. Auf diese Weise wären zum einen die Ärzte abgesichert und die Patienten hätten sämtliche Informationen und behalten die Kontrolle über ihr Leben.


Wenn wir die Statistik des Bundes ansehen, sind Krebserkrankungen für  22.0% der Todesfälle bei den Frauen und 29.3% bei den Männern verantwortlich. Zumindest in der Schweiz würde eine 95% Reduktion dieser Zahl für sehr viel weniger Leid sorgen. Allein bei diesen Zahlen ist eine Zulassung aus meiner Sicht gerechtfertigt.


Wie steht ihr zu solchen Impfstoffen? Habt ihr allenfalls selbst schon Erfahrungen mit Krebspatienten gemacht, oder vielleicht sogar Familienmitglieder daran verloren? Was würdet ihr für euch selbst wünschen? Lasst es mich wissen!

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