• Sinnlosoph

Frage 34: Das Gegenteil von Inkognito

Und wieder einmal bewegen wir uns im Bereich der Privatsphäre. Dieses Mal gekoppelt an das Internet.


Wenn alle deine Aktivitäten im Internet auf deine Person zurück zu führen sind, würde es dein Onlineverhalten ändern?



Das Internet ist ein wunderbarer Ort, an dem man alles findet, was man sucht. Sei es nun Informationen, Bilder, Musik oder Filme. Problematisch wird es dann, wenn die konsumierten Medien ethisch verwerflich sind.


Ich spreche hier nicht von den eigenen Fetischen, die man sich nicht traut auszuleben. Es geht mir vielmehr um Cybermobbing und Stalking. Ich gebe zu, dass ich in meiner Jugend ebenfalls gerne einmal einzelne Menschen im Internet gesucht und durchleuchtet habe. Das war damals aber noch recht einfach, da vor zehn Jahren kaum jemand auf die Sicherheit der eigenen Daten achtete. Das beste Beispiel sind die unzähligen Seiten, die von damals Jugendlichen erstellt wurden und mit teilweise persönlichen Informationen vollgestopft sind. Diese sind mittlerweile im Urschlamm des Internets versunken, lassen sich aber noch hervorziehen. Früher schwamm das alles auf der Oberfläche.


Heute ist es anders. Ich kann aus dem Stegreif mindestens fünf Anbieter für ein VPN aufzählen. Die Menschen achten generell darauf, unter einem Synonym aufzutreten und auch die Art der Informationen, die geteilt werden, ist heute in der Regel überdachter. Es ist aber immer noch möglich, Rückschlüsse auf einzelne Personen zu treffen. Wenn man zum Beispiel wie ich auf den meisten Plattformen unter dem gleichen Nutzername auftritt, können schnell parallelen gezogen werden.


Die Frage geht jedoch soweit, dass alles offen und für jeden einsehbar ist. Also praktisch mehr Transparenz, als zu Beginn des Internets. Ich würde mir an dieser Stelle wenige Sorgen um meine Daten machen. Ich selektioniere aktuell zwar, was und wo ich etwas veröffentliche, bin aber recht offen. Meine allgemeine Internetnutzung ist vor allem zur Beschaffung von recht harmlosen Informationen der Unterhaltung und Selbstverwirklichung. Auch meine Fetische sind nicht so absonderlich, als dass ich mir darüber Gedanken machen müsste.

Es würde aber wahrscheinlich einiges an Aufschrei bei anderen Personen geben. Ich blicke hier zuerst in Richtung der Trolle. Zudem könnten daraus einige Karrieren zerstört werden.


Man hört jetzt schon von Einzelfällen, bei denen ein Facebook-Post von vor fünf Jahren auf einmal verfänglich wird. Sollte also eine absolute Transparenz jemals real werden, müssten neue Regeln geschaffen werden. Schließlich entwickeln sich Menschen weiter und nicht alles, was vor einem Jahr noch in Stein gemeißelt schien, ist heute noch relevant.


Grundsätzlich möchte ich mein Internet lieber weiterhin Pseudoanonym. Aktuell ist es so, dass gewisse Institutionen sicher bereits wissen, was du online alles anstellst. Diese halten sich momentan aber noch ziemlich im Hintergrund und werden erst aktiv, wenn es relevant wird. Im Hinterkopf schwebt mir da ein Einreiseverbot in die USA aufgrund von auffälligen Googlesuchen herum. Ob der status quo gut und richtig ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings funktioniert es so zur Zufriedenheit der meisten und das sollte in einer Demokratie immer das Ziel sein.


Wie steht ihr zur Internetanonymität? Würden bei euch einige dunkle Flecken auf der ansonsten weißen Weste erscheinen, oder seid ihr mit euren Verhalten im Reinen? Was würdet ihr als Gegenmaßnahme vorschlagen? Lasst es mich wissen!

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now