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Kettenhemd Anleitung: Ringe herstellen

Die Herstellung von Ringen ist verhältnismäßig simpel. Alles was ihr dafür braucht ist eine Stange, oder ein Rohr mit dem passenden Durchmesser. Um sich selbst die Arbeit zu erleichtern ist eine Bohrmaschine oder ein Akkuschrauber zu empfehlen. Hier würde ich tendenziell auf ein Gerät mit niedriger Drehzahl setzen. Das Wickeln mit dem Schrauber geht auch dann schnell genug. Eine niedrige Drehzahl verringert jedoch das Verletzungsrisiko und die Ringe werden wesentlich einheitlicher.

Um den Draht auf der Stange aufzuziehen, bohrt man zunächst ein Loch an einem Ende, welches groß genug für die verwendete Drahtstärke ist. Anschließend spannt man die Stange in die Bohrmaschine, oder einer Werkbank ein. Das freie Ende des Drahtes erhält einen Knick von 90 Grad. Es muss kein langes Stück dafür geopfert werden. Wichtig ist lediglich, dass dieses Stück in das Loch der Stange gesteckt wird und lang genug ist, um drin zu bleiben. Nun fängt man an den Draht aufzuwickeln. Um dem Ganzen etwas mehr Stabilität zu geben empfiehlt es sich die Spitze des Stabs entweder in einem fixierten Holzstück mit entsprechendem Loch zu fixieren. Alternativ kann man die gesamte Konstruktion auf dem Boden abstützen. Ich habe mein Rohr jeweils auf alten Lappen gestützt, um den Holzboden nicht zu verkratzen.

Die so entstandene Spirale nennt man einen Wurm. Der Vorgang wird ebenfalls wurmen genannt. Sobald man das Gefühl hat genügend Umdrehungen auf der Stange zu haben, wird der Draht abgeschnitten. Vorsicht hierbei: Der Draht steht unter Spannung. Sobald eines der beiden Enden abgeschnitten wird, löst sich diese Spannung und der Wurm dreht sich einige Male in die entgegengesetzte Richtung. Der erste Wurm, den ich drehte, riss mir am Daumen die Haut auf, was nicht gerade angenehm war.

Sollte der Wurm nicht perfekt gerade sein, ist das fürs Erste nicht weiter schlimm. Stark verformte und verdrehte Ringe können am Ende aussortiert werden.

Nun beginnt die wohl anstrengendste Arbeit. Die einzelnen Glieder werden einen nach dem anderen mit einer Zange aufgetrennt. Ich habe im Internet schon einige Konstruktionen gesehen, bei denen ein Dremel mit einer Dünnen Trennscheibe eingespannt und durch eine Führungsschiene der Wurm durchgeschoben wurde. Im Grunde eine gute Idee, da sie die Schnittkante schön gerade wird. Allerdings muss es wirklich eines sehr dünne Trennscheibe sein, um nicht zu viel Material abzutragen. Zudem besteht hier das Risiko des Verkantens, was schnell eine kleine Schrapnellexplosion bewirken kann.

Solltet ihr die Ringe klassisch mit der Zange auftrennen, muss euch bewusst sein, dass eine Seite immer eine Keilform aufweisen wird. Das liegt in erster Linie daran, wie die Schneidengeometrie bei den Zangen ausgearbeitet ist. Es gibt zum Beispiel für den Modellbau auch Schneidezangen, die zumindest eine Seite komplett glatt lässt. Solltet ihr das auf beiden Seiten wollen, müsstet ihr nach jedem Schnitt ein kleines Stück vom Wurm abtrennen, um wieder eine gerade Ausgangsposition zu erhalten. Für ein Kettenhemd lohnt sich dieser Schritt aber kaum.

Nun habt ihr eure ersten Ringe hergestellt. Diesen Vorgang wiederholt ihr so lange, bis ihr entweder keine Lust mehr habt oder ausreichend Ringe zusammen habt. Wenn ihr sie vernieten oder plätten wollt, habe ich im letzten Beitrag bereits beschrieben, wie dies zu bewerkstelligen ist. Ich empfehle bereits jetzt mit dem Knüpfen des Kettenhemdes zu beginnen. Wenn immer nur ringe gewickelt und geschnitten werden, sieht man den eigenen Fortschritt nicht und man verliert schnell die Motivation.

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