• Sinnlosoph

Frage 148: Wie weit müssen Kinder behütet werden

Kinder sind in unserem Recht besonders schützenswert. Doch wie weit sollte das in der Erziehung gehen?

Denkst du, Kinder sollten vor unschönen Erfahrungen beschützt werden?

Ich habe keine Kinder und will keine Kinder. Dementsprechend ist meine Ansicht vielleicht nicht die relevanteste. Allerdings bin ich der Meinung, dass ein Einpacken in Watte nicht wirklich zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen führt. Ich glaube also durchaus, dass man die Kinder das eine oder andere Mal gegen eine Wand laufen lassen soll und sie mit ihren Problemen allein fertig werden müssen. Wenn immer sofort Mama und Papa daherkommen, wird sich das Kind nie auf eigene Füße stellen.

Wenn ich an meine Kindheit denke, haben es meine Eltern wohl doch ziemlich richtig gemacht. Sie haben mir relativ viele Freiheiten gelassen. Wenn ich diese Freiheiten ausnutzte und Probleme daraus entstanden, musste ich auch selbst damit fertig werden. Dabei haben sie dennoch darauf geachtet, dass ich nicht unvorbereitet auf die Sachen losgelassen wurde.

Als Beispiel hat mir mein Vater zunächst gezeigt, wie ich ein vernünftiges Lagerfeuer entfache, es lösche und sicher verlasse, bevor sie mich alleine in den Wald ließen. Die erste Steuererklärung musste ich ebenfalls nicht alleine ausfüllen, sondern bekam Unterstützung aus der Familie. Irgendwann war ich selbst dafür verantwortlich. Das erste Mal habe ich es dann verpasst und ich bekam einen netten Brief, dass ich die Steuererklärung endlich einreichen sollte. Nach einem kurzen Schreckmoment und einer kleinen Rechnung hatte ich es aber wieder gerade gebügelt.

Ich musste also lernen, mit den Konsequenzen meines Handelns zu leben. Und das war nur möglich, weil mir meine Eltern nicht jeden Dreck abgenommen hatten. Ich habe das Gefühl, dass gewisse Eltern ihre Fürsorgepflicht etwas zu ernst nehmen. So entsteht direkt ein Aufschrei, wenn das Kind einmal hustet. Es darf auf dem Spielplatz nur an ausgewählten Geräten spielen und wenn es in der Schule Ärger gibt und die Noten nicht stimmen, wird direkt die Schulleitung angegangen. Mit einem solchen Verhalten fördert man lediglich die Unselbstständigkeit und Abhängigkeit. Ich denke auch, dass genau diese Abhängigkeit etwas ist, was sich diese Eltern wünschen.

Wenn sie wissen, dass ihr Kind nicht eigenverantwortlich handeln kann und sie bei jedem Problem bereitstehen müssen, haben sie einen Lebenszweck. Sie fühlen sich dann nicht so nutzlos und tarnen so ihren Egoismus mit Fürsorge.

Ich bin dafür, dass die Kinder wieder mehr Dreck essen können. Sie sollen ihre eigenen Erfahrungen machen. Auch die schlechten formen den Charakter. Einen Haufen von verweichlichten Muttersöhnchen kann niemand gebrauchen.

Wie seht ihr die Sache? Würdet ihr eure Kinder vor allem behüten, oder lasst ihr sie auch das eine oder andere Mal auflaufen? Lasst es mich wissen!

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