• Sinnlosoph

Frage 9: Leben oder Kunst, die Gegenwart oder die Vergangenheit

Ich würde mich nicht gerade als Philanthrop bezeichnen und bin gewiss Meilen weit vom Status einer Mutter Theresa entfernt. Dennoch erscheint mir Frage 9 die bisher leichteste zu sein.


An einem typischen Sonntag besuchen 10'000 Menschen den Louvre. Wenn ein verrückter Zauberer dich vor die Wahl stellt, entweder alle Menschen oder alle Gemälde zu retten. Welches würdest du wählen? Wenn du dich nicht entscheidest, wird beides zerstört.

Welches kulturelle Gut ist wertvoller als eine Million Leben? Zum Beispiel: Film, Musik, Literatur, etc.



Eines will ich hier festhalten: Das Dorf indem ich aufgewachsen bin, hatte knapp 10'000 Einwohner. Ich kann mir also etwa vorstellen, wie viele das sind. Dem entsprechend: Vergiss die Kunst und rette die Menschen!

Der zweite Teil der Fragen ist sogar noch einfacher. Eine Million ist mehr als 10% der Bevölkerung der Schweiz. Was soll bitteschön wertvoller sein als diese Anzahl an Menschen? also auch hier: Die Kultur stirbt schon nicht, die Menschen schon.


Da diese Aussage etwas kurz für einen ganzen Blogartikel ist, möchte ich noch meine Beweggründe ein wenig erleuchten. Vergesst dabei nicht, dass ich weder Literatur, Musik, Theater oder Kunst studiert habe, sondern einen Abschluss in Betriebswirtschaft habe. Falls ich also etwas falsch darstelle korrigiert mich bitte.


Aus meiner Sicht gibt es grob drei Richtungen, in die man sich kreativ entfalten kann. Es gibt das visuelle durch malen, zeichnen, videodreh und so weiter. Als nächstes gibt es das auditive mit Gesang, Musizieren oder Klanglandschaften schaffen. Als letzten großen Pfeiler sehe ich die Literatur mit Gedichten, Romanen oder Journalismus. Egal, welche Form der Kunst gewählt wird, bildet sie immer eine Stimme des Künstlers, der damit etwas ausdrücken will. Dem entsprechend sehe ich auch alle drei Richtungen als gleichwertig.


Wie man bereits merkt, ist mein kreatives Ventil die Literatur. Ich lese gerne und schreibe gerne. Dabei kommt es mir gar nicht so sehr darauf an, ob es nun Fachliteratur zur Investitionsbewertung, eine Biografie oder ein Fantasyroman ist. Ich liebe es einfach in den Wörtern einzutauchen und mir die Dinge vorzustellen. Das Ganze ist mit Film, Musik und Gemälden definitiv ebenfalls möglich, für mich hat es allerdings nie gepasst und ich konnte die Geschichte daraus nie erkennen. Zumindest nicht so, wie beim geschriebenen.


Um den Bogen wieder auf die Menschenleben zu lenken: Egal ob es ein Buch, ein Gemälde oder ein Musikstück ist. Es ist immer nur eine Geschichte eines Künstlers. Diese kann unterschiedlich interpretiert werden, aber es bleibt doch immer dieselbe. Zehntausend Menschen hingegen sind nicht nur Zehntausend Geschichten. Es sind mindestens so viele Möglichkeiten, neues zu erschaffen. Jeder einzelne davon ist auf seine Art ein Geschichtenerzähler. Jeder einzelne trägt seine Kultur in sich und teilt diese mit denen um ihn herum. Der Mensch ist somit das ultimative Kulturgut und lässt sich nicht durch ein paar Bücher oder Bilder ersetzen.


Ich hoffe, damit meine Ansicht etwas erklärt zu haben. Ich habe hierbei den Menschen bewusst nur auf diese Ebene beschränkt. Theoretisch müssten zu den 10'000 Menschen auch noch die Familien einbezogen werden.


Wie seht ihr die Sache. Würdet ihr die Kunst über das Leben stellen? Was ist eurer Ansicht nach das ultimative Kulturgut? Und welche kreative Ader schlägt in euch? Lasst es mich wissen!

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