• Sinnlosoph

Frage 220: Wie loyal bist du deinem Unternehmen

Unternehmen sind kalte, berechnende und unbarmherzige Liebhaber. Diese Lehre musste ich auf die harte Tour lernen. Dennoch kann eine gewisse Loyalität zum Arbeitgeber bewahrt werden. Es braucht lediglich eine Grenze zwischen Treue und Aufopferung.


Wenn dich jemand besticht und Insiderinformationen über deinen Arbeitgeber will, würdest du sie geben? Du würdest dabei unentdeckt bleiben.



Früher war ich über alle Massen Loyal. Meine Arbeit nahm an einem gewissen Punkt in meinem Leben das Zentrum meines Handelns ein. Es gab Tage, da ging ich lediglich den notwendigen, lebenserhaltenden Tätigkeiten nach, damit ich mehr arbeiten konnte. Diese Art von Loyalität bescherte mir einen schnellen Aufstieg. Trotz einer hohen Position und viel Verantwortung wurde ich jedoch mit Almosen abgespeist. Wäre ich nach effektiven Wert bezahlt worden, wäre mindestens das Doppelte auf meiner Lohnabrechnung gestanden.


Dieses verquere Denken erkannte ich leider erst, als es beinahe schon zu spät war. Es hat mir aber eindeutig die Augen geöffnet, so dass ich mir selbst schwor nie wieder in eine solche Situation zu gelangen. Dennoch versuche ich eine gewisse Loyalität aufrecht zu erhalten. Im Unterschied zu früher steht das Unternehmen aber nicht mehr an erster Stelle. Zunächst komme ich und diejenigen, die mir wichtig sind. Erst mit etwas Abstand kommt anschließend das Unternehmen. So bewahre ich mich davor wieder in ein so tiefes Loch zu fallen, welches Monate braucht, um wieder daraus hervor zu kriechen.


Meine Loyalität bezieht sich nun auch nicht mehr auf das Unternehmen, sondern auf die Menschen, die sich darin bewegen. Ich halte mich immer noch an mir auferlegte Schweigegelübde. Ich verkaufe keine Informationen und ich gehe auch nicht interne Informationen verbreiten. Wenn ich nun also ein solches Angebot erhalten würde, würde ich es noch immer ablehnen.


Da ich meine eigenen Bedürfnisse aber immer noch höher einstufe, würde es schlussendlich auf den Preis ankommen. Ich will hier keine konkrete Zahl nennen. Es ist aber ganz klar, dass ich bestechlich bin, wenn denn die Summe hoch genug ist. Es müsste genug sein, um das Risiko abzudecken und mich mehrere Jahre zu versorgen. Ein hoher sechsstelliger Betrag müsste es also schon sein.


Wie seht ihr die Sache? Würdet ihr euren Arbeitgeber ohne zweiten Gedanken verraten, oder bleibt ihr ihm treu? Lasst es mich wissen!

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