• Sinnlosoph

Frage 20: Target Marketing der Zukunft

Das Handlungsfeld Marketing machte einen relativ großen Teil meines Studiums aus. Und ich hatte es gehasst. Dem entsprechend sträubte ich mich ein wenig dagegen, die nachfolgende Frage genauer zu ergründen. Ich habe es dennoch versucht.


Wenn Werbung so genau auf den einzelnen Nutzer zugeschnitten werden kann, dass sie unwiderstehlich wird, würdest du sie verbieten? Würdest du dir alternativ eine spezielle Sonnenbrille kaufen, die alle Werbung ausblendet?



Was hier angesprochen wird ist gar nicht so unrealistisch wie es auf den ersten Blick scheint. Der Fachbegriff dafür ist Target Marketing oder Target Advertising. Das ist im Grunde genau das, was Google in den letzten zwanzig Jahren ausgebaut hat und wofür unendlich komplexe Algorithmen zum Zug kommen. Wenn die Entwicklung so weiterläuft, wird es früher oder später wirklich so weit kommen.


Ich halte mich für ziemlich Werberesistent. Das liegt unter anderem daran, dass ich kaum Berührungspunkte mit klassischen Werbeeinblendungen habe. Ich besitze keinen TV und lese kaum bis keine Printmedien. Die meisten Informationen und Unterhaltung konsumiere ich über das Internet und hierbei ist, bis auf wenige Ausnahmen, der Adblocker ein guter Schutz. Die meisten Berührungspunkte habe ich also mit Sponsored Content und direkt am Point of Sale. Da ich mich meist aber umfassend über neue Anschaffungen informiere und äußerst selten Impulskäufe tätige, stelle ich die Wirkung der klassischen Marketingmassnahmen grundsätzlich in Frage. Hierbei hatte ich schon einige Diskussionen mit Marketingmenschen, wobei ich aber bislang noch nicht vom Gegenteil überzeugt werden konnte.


Sollte sich der Algorithmus jedoch so weiterentwickeln, dass es wirklich zu exzessiven Kaufimpulsen kommt, müsste es genauer analysiert werden. Prinzipiell wäre das nur bei Dingen möglich, die auch tatsächlich benötigt werden und im Interesse des Käufers liegen. Von dieser Sparte aus wäre also gar kein so großer Handlungsbedarf notwendig. Problematisch wird es jedoch, wenn wir es mit der Knappheit der verfügbaren Mittel kombinieren. Hier sehe ich eine grössere Gefahr, vor allem bei jüngeren Personen, die die eigenen Finanzen noch nicht komplett im Griff haben. Die Gefahr von Überschuldung würde damit auf jeden Fall drastisch steigen.


Die entsprechenden Kreditinstitute in die Pflicht zu nehmen wird nicht funktionieren. Schließlich verdienen diese ihr Geld mit verteilten Schulden und den daraus entstehenden Zinsen. Es müsste also durchaus auf gesetzlicher Ebene etwas getan werden. Wie eine solche Lösung aussehen könnte, bleibt mir aber verschlossen. Die Volkswirtschaftslehre wurde in meinem Studiengang dafür zu oberflächlich behandelt, als dass ich eine qualifizierte Antwort geben könnte.


Die angesprochene Sonnenbrille, welche nichts weiter als ein Adblocker ist, würde sich früher oder später von allein etablieren. Ich denke auch nicht, dass diese Brille gekauft werden muss. Im Onlinebereich ist es bereits weit verbreitet. Seiten, die mich Artikel nicht lesen lassen, solange der Blocker aktiv ist, werden dann schlicht gemieden.


Um Die Frage in einem Satz zu beantworten: Ich würde es nicht verbieten, sondern auf entsprechende Regulatoren in Bezug auf die Folgen setzen. Eine Entsprechende Brille würde ich mir ebenfalls nicht kaufen, da ich davon ausgehe, dass es eine entsprechende Gegenbewegung geben wird, die es kostenfrei zur Verfügung stellt.


Wie seht ihr die Sache? Findet ihr den aktuellen Stand solcher Werbekampagnen bereits alarmierend, oder glaubt ihr, dass es gar nicht so weit kommen wird? Lasst es mich wissen!

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