• Sinnlosoph

Frage 183: Organspende

Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, seine Organe nach dem Tod nicht zu spenden. Es kann aber durchaus Bedenken geben, wenn dies schon zu Lebzeiten passieren soll.


Ein Freund leidet an Nierenversagen und du wärst mit ihm kompatibel. Die Operation wäre für dich nicht gefährlich. Würdest du dein Organ spenden? Was wäre, wenn dein Freund nicht mit deiner Spende einverstanden wäre?



Eines vorweg: Ich bin seit Jahren Organspender. Vor etwa drei Jahren ließ ich mich für die Spende von Rückenmark und Stammzellen eintragen. Zudem gehe ich zwei bis vier Mal im Jahr zur Blutspende. Das ist immer davon abhängig, wie ich in der Stadt bin und ob sie mich überhaupt schon wieder zulassen. Ich habe mich sogar für die Plasmaspende angemeldet, da ich dies ohne Einschränkungen einmal im Monat machen könnte. Allerdings gibt es hier irgendeinen Wert, der mich davon ausschließt. Ähnlich sieht es mit den Leukozyten aus.


Man sieht also, dass ich gerne die Produkte meines Körpers teile. Für mich stellt sich also gar nicht erst die Frage, ob ich einem Freund bei Nierenversagen aushelfen würde. Da die Operation für mich nicht gefährlich ist, sehe ich keinen Grund davor zurück zu schrecken. Da könnte mich auch mein Freund nicht mehr davon abhalten. Wenn der nicht will, ist das sein Problem. Wenn er andernfalls drauf gehen würde, lasse ich mich nicht davon abbringen.


Da die eigentliche Frage beantwortet ist, nutze ich das Thema gleich, um etwas weiter auszuholen. Der Grund, weshalb ich Organspender, Blutspender und Stammenzellenspender bin ist, dass ich so wenigstens jemandem in Not helfen kann. Das Ganze braucht nicht viel, tut nicht wirklich weh und mit der Blutgruppe 0+ bin ich auch noch zu vielen Kompatibel. Natürlich ist eine Blutspende immer anstrengend und ich brauche danach etwas mehr schlaf. Wenn ich so aber jemandem das Leben retten kann, ist das nur richtig so.

Bei Organspende sehe ich wirklich gar keinen Grund dagegen zu sein. Wenn ich einmal aus dem Leben scheide, ist mir mein Körper ziemlich egal. Ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, fakt ist, dass der Körper seinen Zweck erfüllt hat und nicht mehr benötigt wird. Was soll ich also noch an meinen Organen festhalten, wenn sie von jemand anderem dringend gebraucht werden?

Bei Stammzellen- und Rückenmarkspende verstehe ich die Vorbehalte schon eher. Der Eingriff ist zwar nicht gefährlich, aber mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden. Die Medikamente, die man zur Vorbereitung einnehmen muss, verursachen Grippesymptome und es soll ziemlich schmerzhaft sein. Allerdings ist eine kompatible spende oft das einziger Heilmittel bei Erkrankungen wie Leukämie. Was wäre ich also für ein Weichei, wenn die das bisschen Unwohlsein als Grund nehme jemanden sterben zu lassen, der wahrscheinlich bereits monatelange Chemotherapie hinter sich hat. Weiter ist zu bedenken, dass man wahrscheinlich niemals zur Spende aufgerufen wird. Die Chancen, dass man mit einem Patienten kompatibel ist, stehen sehr schlecht. Ich selbst habe noch nie ein Aufgebot erhalten. Mein Onkel, der bereits seit bald zwanzig Jahren eingetragener Spender ist, ebenfalls nicht. Je grösser die Datenbank jedoch wird und je mehr sich dazu bereit erklären, desto grösser ist die Chance jemanden zu retten.


Ich kann niemanden dazu zwingen sein Blut, die Organe oder Stammzellen zu spenden. Was ich aber machen kann, ist meine Ansicht über diese Dinge zu teilen. Ich hoffe, damit den einen oder anderen dazu bewegt zu haben, ebenfalls einmal darüber nachzudenken.


Wie steht ihr zu solchen Themen? Seid ihr Spender, oder habt ihr einen guten Grund es nicht zu sein? Lasst es mich wissen.

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