• Sinnlosoph

Frage 24: Hilfe oder Betrug

Im Grunde geht es bei der nächsten Frage um Plagiate außerhalb des Wissenschaftlichen Rahmens. Auch hier habe ich bereits meine Erfahrungen als Schulleiter sammeln können. Gewisse Dinge sind durchaus erlaubt, andere hingegen führen zum Ausschluss des Studenten. Ähnlich würde ich es auch außerhalb des Studiums handhaben.


Würdest du die Bewerbung deiner Kinder komplett umschreiben, wenn es ihnen hilft eine bessere Anstellung zu erhalten? Wie erklärst du ihnen den Unterschied zwischen dem und betrügen?



In meinem eigenen Studium musste insgesamt mehr als 30 Arbeiten schreiben. Die kürzesten umfassten drei Seiten, die Längste war meine Abschlussarbeit, die mit Anhang und allem gut 120 Seiten umfasste. Ein wichtiger Punkt dabei war bereits von Anfang an der Quellennachweis. Alles was keine Quelle hatte war potenziell ein Plagiat. In meiner Funktion als Schulleiter musste ich unter anderem sicherstellen, dass bei Plagiatsverdacht entsprechende Schritte und Überprüfungen eingeleitet wurden. Es ging sogar so weit, dass ich einen Studenten kurz vor seinem Abschluss aus der Schule werfen musste.


Im Privaten Umfeld sind die Folgen auf den ersten Blick nicht ganz so verheerend. Im Schlimmsten Fall erhält man so eine Stelle aufgrund von Qualifikationen, die man nicht besitzt. Allerdings ist bei einer Bewerbung das Motivationsschreiben nur eine Seite. Wichtiger ist, wie man sich dann am Vorstellungsgespräch verhält.


Prinzipiell empfehle ich jedem, der ein wichtiges Dokument verfasst, dieses von mindestens zwei Personen kontrollieren zu lassen. Einmal von einer Fachperson und einmal von einem Laien. So stellt man sicher, dass es zum einen fachlich korrekt verfasst wurde und zum anderen leicht zu verstehen ist. Bei einer Doktorarbeit wäre ein passender Laie zum Beispiel ein Student, der in den ersten Semestern seines Bachelors ist. Wir haben und im Studium jeweils so abgesprochen, dass wir die Arbeiten des jeweiligen anderen gelesen und Bemerkungen eingefügt haben. Sei es nun zu einzelnen Formulierungen, oder zu fachlichen Themen. Auf diese Weise konnten wir den entsprechenden Input bringen, ohne dass wir selbst etwas an der Arbeit verändert haben. Da das Ganze als Mailverlauf nachverfolgbar war, waren wir auch in Bezug auf Plagiate abgesichert.


Für Die Bewerbung meiner Kinder würde ich es ähnlich handhaben. Schluss und Endlich müssen sie die Bewerbung verfassen. Ich kann ihnen aber entsprechende Hinweise geben, wie einzelne Passagen besser formuliert werden können, um rhetorische Aspekte zu berücksichtigen. Wenn man das dann auch noch mit ihnen bespricht erfüllt man seinen Bildungsauftrag als Elternteil und kann sich dann keine Vorwürfe mehr machen.


Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr vielleicht schon einmal die Dienste eines Ghostwriters in Anspruch genommen? Oder seid ihr der Meinung, dass es jeder selbst schaffen muss? Lasst es mich wissen!

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