• Sinnlosoph

Frage 2: Was tust du, wenn die Puppe dich überreden will, die neueste Version zu kaufen?

Weiter geht es mit der zweiten Frage aus dem Buch. Diesmal geht es in die Kinderstube gekoppelt mit perfiden Marketingstrategien von Weltkonzernen:


Was würdest du tun, wenn die Puppe deiner sechs Jahre alten Tochter sie zu überreden versucht, dass sie einen neuen Freund braucht: Die neueste Edition der Puppe von derselben Marke.



Diese Frage spricht mehrere Ebenen an. Zum einen regt sich hier mein Beschützerinstinkt. Auch wenn ich selbst keine Kinder habe und wahrscheinlich auch keine möchte, sind sie doch Schützenswert. Die Vorstellung, dass sich Unternehmen über die Spielzeuge Zugang zu den Kinderzimmern verschafft, untergräbt die sorgfältig errichteten Mauern, die eigentlich zum Schutz vor der Welt erstellt wurden. 

Weiter stellt sich die Frage, wie viel Macht einzelne Firmen überhaupt haben dürfen. Ist es im Interesse der Gemeinschaft, wenn einige wenige Megakonzerne alles wissen und dies dann für ihre eigenen Marketingzwecke nutzen? Oder soll hier eine Reglementierung stattfinden?

Als letzter Punkt stellt sich mir hier die Frage, in wie fern wir eine solche Situation selbst in der Hand haben. Wird es irgendwann normal, dass alles um uns herum mit dem Internet und den damit einhergehenden Daten verbunden ist? Kann es sein, dass wir selbst darauf achten müssen, wem wir was anvertrauen und in welcher Umgebung wir uns befinden?


Zunächst einmal scheint mir die Vorstellung, dass Gegenstände solche Informationen erhalten gar nicht so weltfremd. Mit flächendeckendem Internetzugang und Mikroprozessoren in Staubkorngrösse wäre es bereits jetzt möglich. Zudem haben einige Internetriesen wie Google, Amazon und Facebook bereits jetzt ausreichende Metadaten, um immer stärker personalisierte Inhalte anzuzeigen. Eine mögliche Entwicklung davon wird im Buch Qualityland von Marc Uwe Kling beschrieben. Aber ich schweife ab.


Alles in allem würde ich diese Situation in nicht zu ferne Zukunft als reale Möglichkeit sehen. Damit stellt sich also wirklich die Frage, was mache ich dann?

Je nachdem wie die Entwicklung dahin von statten geht, sind bereits Regeln im Rahmen des Konsumentenschutzes aufgenommen worden. Sollte das nicht der Fall sein, würde ich den Fall irgendwie öffentlich machen, um eine solche Regelung zu erzwingen. 

Falls es jedoch bereits akzeptiert wurde, dass alles für Werbung missbraucht werden darf, hoffe ich, dass es eine entsprechende Gegenbewegung geben wird. Irgendein Hipster wird sich sicher finden lassen, der geeignete Alternativprodukte aus Hanffasern und mit Solarenergie anbietet. Falls auch das noch nicht besteht, hättet ihr hiermit eine 1A-Geschäftsidee. 

In diesem Fall wäre die Verantwortung dann vollends bei den Eltern. Diese müssten für sich entscheiden, in wie fern sie ihre Kinder den Werbeeinflüssen aussetzen möchten.


Ich für meinen Teil würde es wahrscheinlich als Teil der modernen Gesellschaft akzeptieren und mein Kind zu gegebener Zeit aufklären. Es wäre dann ein ähnliches Gespräch wie ich damals hatte, als mir erklärt wurde, dass die Schauspieler in Actionfilmen nicht wirklich sterben. 

So aufgeklärt würde ich es auch nicht mehr als Gefahr für meine Kinder ansehen. Es bedingt aber, dass die Sache früh genug thematisiert wird.


Wie steht ihr zur Werbung in der Kinderstube? Seht ihr es auch als durchaus plausibel, dass es so weit kommt? Lasst es mich wissen!

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