• Sinnlosoph

Frage 104: Qualität oder Dauer

Die Frage, wie lange ein Leben sein muss, um erfüllend zu sein, beschäftigte schon wesentlich schlauere Köpfe als mich. Heute geht es darum, ob die Dauer wirklich so wichtig ist.


Würdest du lieber glücklich und zufrieden mit 50 sterben, oder einsam und unter Schmerzen mit 80?



Ich will definitiv nicht ewig leben. Allerdings wäre fünfzig ein Alter, dass doch recht früh ist. In diesem Alter habe ich noch gute Chancen durchaus aktiv zu sein. Wenn ich, wie beschrieben, glücklich und zufrieden bin bedeutet das, dass ich durchaus noch in der Lage bin das Leben zu genießen und neue Dinge in Angriff zu nehmen. Ich kann auch mit fünfzig noch wandern und neue Länder erkunden. Wenn ich mich fit halte und auf meine Ernährung achte, sollte mich dieses Alter noch nicht wirklich einschränken. Da ich ein Mann bin, wäre es sogar noch möglich, verspätet Nachwuchs auf die Welt zu setzen, sollte ich mit ende Vierzig noch einen Sinneswandel erleben und meine Meinung dazu radikal ändern.


Mit achtzig sieht die Sache etwas anders aus. Mein Großvater war in diesem Alter noch fit und ging immer noch in den Wald, um Brennholz zu hacken. Es bedeutet also nicht, dass man zwangsläufig vor sich hinvegetiert und auf den Tod wartet. Wenn ich jedoch einsam bin und schmerzen habe, wäre mir ein Ableben zu diesem Zeitpunkt ganz recht. Es wäre immer noch besser, als auf den Tod zu warten und jeden Tag einen neuen Kampf auszufechten.


Was man bei dieser Betrachtung ins Auge fassen muss ist die Zeitspanne zwischen dem fünfzigsten und achtzigsten Geburtstag. Ich bin noch keine dreißig. Dreißig Jahre sind demnach, aus meiner Perspektive, eine ziemlich lange Zeit, in der einiges erlebt werden kann. Wenn ich zurückdenke und feststelle, dass ich vielleicht vierundzwanzig Jahre bewusst gelebt habe und betrachte, was ich in dieser Zeit erreicht und erlebt habe, wäre es mir durchaus wert. Ich würde ein unschönes Ende in Kauf nehmen, damit ich diese zusätzliche Zeit nutzen kann. Vielleicht fängt es bei mir bereits mit siebzig an und die letzten zehn Jahre meines Lebens sind nicht gerade angenehm. Dennoch hatte ich zwanzig Jahre mehr zur Verfügung, die mir niemand mehr nehmen kann.


Ich würde also das Leben bis achtzig bevorzugen. Auch wenn das Ende nicht angenehm wird, wäre es dennoch Zeit, in der ich meinen Abdruck auf der Welt hinterlassen kann. Vielleicht finde ich in dieser Zeit eine neue Liebe. Vielleicht verändert sich die Welt auf eine Weise die ich mir noch gar nicht vorstellen kann. Auf jeden Fall würde ich diese zusätzliche Zeit nutzen, solange es mir noch möglich ist.


Wie seht ihr die Sache? Würdet ihr mit fünfzig dankend abtreten, oder lieber warten, bis euch der Tod einsam und verlassen einholt? Lasst es mich wissen!

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