• Sinnlosoph

Frage 209: Die Qualität von Freundschaften

Der Mensch braucht soziale Kontakte. Auch ich, der seeeehr introvertiert bin, brauche ab und zu menschliche Gesellschaft. Dabei setze ich aber mehr auf Qualität statt Quantität. In dieser Frage schauen wir uns ein Extrembeispiel an.


Was hättest du lieber, einen Seelenverwandten und keine weitere Freunde, oder keinen Seelenverwandten, dafür einige gute Freunde?



Wenn ich ehrlich bin, habe ich in meinem Leben nur einen einzigen wirklichen Freund, mit dem ich regelmäßig Kontakt habe und auch etwas unternehme. Zumindest ist das die einzige Person, die nicht blutsverwandt oder eingeheiratet ist. Einige würden sagen, dass unsere Beziehung schon eine Art Seelenverwandtschaft ist, wobei ich den Begriff nicht gerne verwende. Eine Seelenverwandtschaft ist für mich zu esoterisch und an das ungewisse gebunden, als dass ich es als rationalen Menschen akzeptieren könnte. Ich bezeichne sie deshalb lieber als meine beste Freundin.


Mit diesem Hintergrundwissen zu meinen Beziehungen sollte klar sein, für welches der beiden Modelle ich mich entscheiden würde. Was bringen mir viele Freunde, wenn ich keinem einzigen davon von meinen Depressionen erzählen kann? Was soll ich mit einer Beziehung anfangen, wenn keine Offenheit herrscht in Bezug auf die eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ziele? Natürlich gibt es Momente, in denen einige zusätzliche Freunde hilfreich wären. Gerade, wenn es darum geht größere Arbeiten zu verrichten, wie zum Beispiel ein Umzug. Allerdings ist das für mich noch nicht Grund genug meine Ressourcen für die Instandhaltung einer Beziehung aufzuwenden.


Das Ganze klingt jetzt sehr wirtschaftlich und wenig menschlich. Allerdings bin ich der Auffassung, dass ich meine vorhandene Energie lieber in wenige Projekte stecke, diese dafür aber zum bestmöglichen Ergebnis führe, als zu viele Eisen im Feuer zu halten. Das liegt sicher auch an meinem Drang zum Perfektionismus. Wenn ich meine Aufmerksamkeit aufteilen müsste, hätte ich konstant das Gefühl, dass irgendjemand zu kurz kommt.


Ich bin auf jeden Fall zufrieden, wie es jetzt ist. Ich brauche nicht noch mehr Freunde, solange mir der eine mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Ganze funktioniert natürlich auch in die andere Richtung und dem entsprechend möchte ich meine Aufmerksamkeit nicht zwischen mehreren aufteilen müssen.


Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr viele Freunde, oder nur sehr wenige? Wie tief ist die Beziehung zu diesen? Lasst es mich wissen!

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