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Regeln Brechen - Ziele prüfen

Ihr habt nun ein entsprechendes Ziel definiert. Nun könnte man direkt loslegen und mit den weiteren Punkten fortfahren. Ich rate euch jedoch, einiges an Recherchearbeit zu investieren. Hierbei geht es noch immer nicht darum, den perfekten Weg zu definieren. Vielmehr sollte ein kurzer gegencheck helfen, die getroffenen Annahmen zu prüfen.


Recherche im Vorfeld

Obwohl wir schon sehr konkret wurden und ein klares Ziel mit entsprechendem Zeitrahmen definierten, mussten wir unter Umständen einige annahmen treffen. In meinem Fall bedeutete das, ob die gewünschte Wörter und damit Seitenzahl im richtigen Verhältnis stehen. Zunächst ging ich von dreihundert Wörter pro Seite aus, was ein Total von dreißig tausend Wörtern bedeutete. Nach kurzer Recherche stellte ich jedoch fest, dass die Realität viel mehr zwischen zweihundert und zweihundertfünfzig Wörter pro Seite liegt. Dies liegt daran, dass nicht jedes Wort gleich lang ist und dem entsprechend nicht alle Zeilen und Absätze gleichviele Wörter beinhalten. Ich musste also meine erste Schätzung nochmals anpassen und mein Ziel etwas herunterschrauben. Es hätte aber auch genauso gut umgekehrt sein können.

Um die geforderten 100'000. zu sparen, wäre jetzt der Zeitpunkt, um ein erstes Budget aufzustellen. Vielleicht hatte man bei der ersten Annahme einen falschen Nettolohn einkalkuliert. Womöglich sind wesentliche Ausgabenpunkte vergessen gegangen und die Fixkosten sind höher als angenommen. Womöglich vergas man, dass am Ende des Jahres ein dreizehnter Monatslohn kommt. Das sind alles Punkte, die wir nun bereits berücksichtigen und auch relativ schnell mit einer kurzen Recherche bestätigen können.

Bei der Gesundheit und der Ernährung kann ein kurzes Gespräch mit dem Partner und der Familie festhalten, ob diese mit dem neuen Ernährungsplan einverstanden sind. Vielleicht hat das gewählte Fitnesscenter eine Vertragsklausel, die man nicht eingehen möchte. Womöglich gibt es ein anderes Center, welches rund um die Uhr besucht werden kann und so mehr Trainingseinheiten möglich sind. Auch hier hat man einige Punkte, die wir im ersten Schritt angenommen haben und nun in der Realität evaluieren müssen.

Eine solche Recherche erfordert nicht viel Zeit, erspart einem aber einen großen Motivationsdämpfer. Wenn wir mitten im Projekt sind und auf solche Hindernisse stoßen, kann uns das ganz schnell die gesamte Planung zerschießen. Wenn wir dann nachträglich justieren müssen und parallel dazu bereits an der Arbeit sind, ist das eine unnötige Belastung, die bis zur Aufgabe führen kann. Achtet nur darauf, nicht zu lange in diesem Stadium festzusitzen. Kleinere Anpassungen können immer noch später vorgenommen werden. Sobald ihr die Rahmenbedingungen geprüft und abgesichert habt, sollte es weitergehen.


Ambitionen ausschöpfen

Ich höre bereits den Aufschrei, vor allem von meinen früheren Lehrern, in Bezug auf die Realisierbarkeit. In der Literatur wird davon ausgegangen, dass solche Ziele im Rahmen von Unternehmen oder Projekten gesetzt werden. Diese werden oft von oben herab aufgezwungen oder mit den Mitarbeitern zusammen, mit Einbezug der hierarchischen Macht, definiert. Damit ist ein ambitioniertes Ziel des Unternehmens nur selten mit den individuellen Zielen der Mitarbeiter zu vereinbaren. Anders sieht es jedoch in unserem Zusammenhang aus. Ihr seid kein Unternehmen. Ihr definiert die Ziele selbst. Ihr möchtet etwas erreichen und verändern und habt dafür eine Vision, die umgesetzt werden muss. Ihr habt eure eigenen Gründe, weshalb es für euch wichtig ist, dieses Ziel zu erreichen. Also habt ihr auch die unterschiedlichsten Motivatoren, die euch antreiben. Dem entsprechend kann das Ziel auch etwas höher angesetzt werden. Im Unterschied zu den geschäftlichen Zielen seid ihr die einzigen, die von deren Erreichung profitieren. Dem entsprechend profitiert ihr umso mehr, wenn die Ziele übertroffen werden, oder von Anfang an so hoch gesetzt werden. Ihr habt also allen Grund dazu, so viel wie möglich aus euch heraus zu holen, denn alles was ihr in diesem Zeitraum erreicht, gehört einzig und allein euch. Ihr könnt dann stolz darauf sein, ein Projekt umgesetzt zu haben, die Welt zu verändern oder euch weiterentwickelt zu haben. Die meisten Grenzen, die ihr euch hierbei gesetzt habt, existieren nur in eurem Kopf. Versucht diese Barrieren zu ignorieren und überwindet sie. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Potential in euch schlummert und sich freut aus dem Winterschlaf geweckt worden zu sein.

Nachdem ihr euch für ein Ziel entschieden habt und unsicher seid, ob es überhaupt machbar ist, haltet euch eines vor Augen: Es geht darum sich weiter zu entwickeln. Besser zu werden. Etwas ungewöhnliches zu erreichen. Euch fehlt zu Beginn die Erfahrung. Ich hatte vor diesem Buch ebenfalls noch kein Buch geschrieben und vieles war neu. Dennoch habe ich mich darauf eingelassen. Wenn ihr dann am Ende feststellt, dass nicht alle Ziele erreicht wurden, ist das gar nicht so schlimm. Das zeigt nur, dass ihr aus eurer Komfortzone herausgekommen seid und etwas gewagt habt. Wenn ihr hingegen alles erreicht habt, was ihr euch vorgenommen habt, waren die Ziele zu tief angesetzt. Am Ende sollte das Ziel der Ziele sein, seine Reserven zu aktivieren, an seine Grenzen zu kommen und darüber hinaus zu wachsen. Wenn ihr euch immer nur im bequemen Teil aufhaltet, werdet ihr auch nie etwas außergewöhnliches erreichen.

Es geht gerade darum alle Normen hinter sich zu lassen. Wenn ihr ein normales Leben führen möchtet und euch nur im normalen Rahmen bewegen wollt, ist dieses Buch der falsche Weg. Wenn ihr aber etwas Außergewöhnliches erreichen wollt, müsst ihr auch außergewöhnliches leisten. Dies bedingt auch, dass außergewöhnliche Ziele gesetzt werden. Schlussendlich wird die Welt von den Menschen geprägt, die aus der Norm ausbrechen und ihre Ziele erreichen. Im Gegensatz zu allen anderen haben sie sich nämlich dazu entschlossen nicht der Norm zu Folgen. In der Vergangenheit wurden viele Durchbrüche auf diesem Weg erreicht. Nikola Tesla, Albert Einstein und Elon Musk sind keine gewöhnlichen Menschen, die täglich normale Dinge gemacht haben. Sie haben sich ein Ziel gesetzt, das von den meisten als unrealistisch oder sogar unmöglich angesehen wurde. Und doch haben sie es geschafft. In erster Linie, weil sie unkonventionelle Wege gegangen sind und sich ihre Regeln selbst schufen.


Sich selbst herausfordern

Am Ende geht es darum sich selbst herauszufordern. Wenn ihr zu den oberen zehn Prozent gehören wollt, egal in welcher Sparte ihr euch bewegt, dann dürft ihr nicht das machen, was neunzig Prozent der Konkurrenz macht. Wenn ihr zu den besten Tennisspielern gehören wollt, orientiert ihr euch nicht am Trainingsplan eines Hobbyspielers. Wenn ihr ein Buch schreiben wollt, orientiert ihr euch nicht an der Routine eines Gelegenheitsbloggers. Wenn ihr abnehmen wollt, orientiert ihr euch nicht an den Essgewohnheiten eines Sumoringers. Wenn ihr Geld sparen wollt, richtet ihr euch nicht nach den Gewohnheiten eines hoch verschuldeten aus. Wenn ihr kein normales Leben führen, sondern etwas außerordentliches erreichen wollt, dürft ihr nicht normal sein.

Der größte Mythos, der unter anderem mit dem Internet verbreitet wurde, ist, dass jeder etwas Besonderes ist und alles erreichen kann. Das stimmt insofern, dass jeder besondere Fähigkeiten besitzt und jeder die Möglichkeit hat, erfolgreich zu werden. Allerdings muss dafür auch etwas getan werden. Wenn man ein durchschnittliches Leben führt, wird man auch nur durchschnittlich erfolgreich werden. Wenn man jedoch diese Extrameile geht und sich nach Feierabend seinen Zielen widmet, wird man etwas erreichen. Diese Extrameile, die den Unterschied zum Durchschnitt ausmacht, führt schlussendlich zum Erfolg. Wer also etwas erreichen will, muss etwas dafür tun. Und alles fängt an, indem man sich ambitionierte Ziele setzt. Damit ist dann der erste Schritt getan und alles, was dann noch bleibt, ist weiterzumachen. Wie wir die Motivation und Disziplin aufbringen können, um an unseren Träumen und Zielen festzuhalten, wird nun im nächsten Kapitel behandelt.

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