• Sinnlosoph

Frage 88: Wie oft hinterfragst du dich?

Leider musste ich feststellen, dass die meisten Menschen nur eine sehr geringe Selbstreflexion besitzen. Die hinterfragen sich praktisch nie und handeln vor allem aus dem Bauch heraus. Heute möchte ich einmal analysieren, wie ich mit diesem Thema umgehe.


Wie oft achtest du darauf, ob du auf dem richtigen Weg bist? Würde mehr oder weniger Selbstreflexion besser sein? Hast du ein Langzeitziel? Wie willst du es erreichen und wie denkst du, wird es dein Leben verbessern?



Bei meiner Arbeit als Schulleiter hatte ich immer mal wieder mit Beschwerden von Studenten zu tun. Diese fühlten sich unfair behandelt, waren mit der Organisation unzufrieden, oder verstanden gewisse Auflagen nicht. Wobei einige Punkte wirklich konstruktiv hervorgebracht wurden und zur Verbesserung unserer Arbeit führten, waren die meisten jedoch unreflektiertes Gejammer, bei dem sich die einzelnen als Opfer darstellten und nicht einsehen wollten, dass eine Verbesserung an ihnen lag.


Ein klassisches Beispiel dafür wäre, wenn es um die Aufgabenstellung einer Prüfung geht. Das war leider auch der grösste Teil an Beschwerden, die auf meinem Tisch landeten. Meist ging es darum, dass sie mit der Bewertung einer schriftlichen Arbeit nicht zufrieden waren, weil sie es doch genauso gemacht haben, wie es ihr Chef gesagt hat, oder bei ihnen im Unternehmen so gemacht wird, oder es in der Aufgabenstellung beschrieben stand. Meine Aufgabe bestand dann darin, die Arbeiten durchzusehen und mir selbst ein Bild zu machen. Leider war es meist so, dass die Qualität der Arbeit schlicht nicht dem geforderten Niveau entsprach. Theorien wurden nur oberflächlich behandelt, es wurden Behauptungen aus der Luft gegriffen, oder es war sprachlich ein Massaker. Selbstreflexion hätte diesen Menschen sehr geholfen. Vielleicht hätten sie dann gemerkt, dass sie nicht so toll sind, wie sie sich fühlen. sie hätten ihre Mitstudenten als Vergleich herannehmen können, ihre Schwächen identifizieren und daraus lernen können. Stattdessen haben sie mir eine aufgebrachte, teils beleidigende Mail geschrieben und sich als das Opferlamm auf der Schlachtbank präsentiert.


Ich habe es mir vor knapp drei Jahren zur Gewohnheit gemacht, mich konstant zu hinterfragen. Jedes Mal, wenn ich eine neue oder schwierige Aufgabe angehe, versuche ich das Beste daraus zu machen. Anschließend analysiere ich jedoch was mir gut gelungen ist, was besser hätte gehen können und was ich das nächste Mal konkret anders machen werde. So wende ich einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess auf mein eigenes Verhalten an und werde immer besser. Zudem weiß ich, wo meine Stärken und Schwächen liegen und kann dem entsprechend handeln. Ich kann abschätzen, ob ich fair bewertet werde, oder eine subjektive Wahrnehmung das Ergebnis trübt. Dabei bin ich noch lange kein Experte und muss ich auch in Zukunft immer daran erinnern mich zu hinterfragen.


Gerade wenn ich grössere Projekte in Angriff nehme finde ich es wichtig sich zu kontrollieren. Wo stehe ich? Was habe ich erreicht? Was steht noch an? Was sind die nächsten Schritte? Bin ich im Zeitplan? Welche Probleme sind aufgetreten oder könnten noch auf mich zukommen? Ist es überhaupt noch sinnvoll, oder muss das Projekt abgebrochen werden? Diese Fragen führen dazu, dass du immer genau weißt, was aktuell ist. Mit der Zeit macht man sich unbewusst geistige Notizen zum Verlauf und die Reflexion wird praktisch on the go gemacht. Von diesem Punkt bin ich leider noch etwas entfernt, aber ich nähere mich definitiv.


Um den letzten Teil der Frage zu beantworten: Mein finales Ziel ist die finanzielle Unabhängigkeit. Darauf arbeite ich nun schon einige Zeit hin und dieses Projekt ist Teil davon. Da ich noch mehrere Jahre davon entfernt bin, werde ich meinen Weg noch einige Male anpassen müssen. Aber ich habe zum Glück genügend Ideen, die mich dahinführen. Alles, was ich jetzt noch tun muss ist weitermachen und mich selbst immer wieder justieren.


Wie haltet ihr es mit der Selbstreflexion? Seid ihr euch eurer Stärken und Schwächen, sowie euren eigenen Gefühlen bewusst? Habt ihr eine Routine, bei der ihr euch regelmäßig hinterfragt, oder ist es Aufgabenabhängig? Lasst es mich wissen!

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