• Sinnlosoph

Frage 22: Wie viel Steuern ist für alle gerecht?

Die nächste Frage dreht sich um ein allseits beliebtes Thema: Die Steuern. Die einen lieben es, das letzte Bisschen herauszuholen, während andere einfach jemanden dafür bezahlen. Ich gehöre definitiv zu den ersten.


Wenn du frei über deine Steuerlast entscheiden könntest, welchen Teil deines Einkommens würdest du zahlen? Wenn alle auf der Welt den gleichen Teil bezahlen müssten, würde das deine Entscheidung ändern?



Zunächst möchte ich festhalten, dass ich Steuern durchaus etwas Sinnvolles finde. Es gibt so viele Dienste, die der Staat zur Verfügung stellt, die aber keinen direkten Absatz ermöglichen. Dennoch wären wir ohne diese Dienste kaum mehr lebensfähig. Zumindest in der Schweiz wird ein großer Teil der Bildung komplett durch den Staat finanziert, weitere Teile zumindest subventioniert. Da ich selbst Schulleiter war und immer noch Dozent bin, liegt mir dieses Thema sehr am Herzen und ich finde, an der Bildung zu sparen ist der schnellste Weg zum Untergang einer Kultur.

Es gibt aber auch andere Dinge, die durch die Steuern bezahlt werden. Zum Beispiel ein großer Teil der Infrastruktur, Medizin und Polizeiwesen, Notfalleinsätze und entsprechende Anlagen und vieles mehr. Ich gebe also mein Geld für wesentlich dümmere Dinge aus, auch wenn ich gewisse Punkte im Staatsbudget, wie zum Beispiel das Militär nicht unterstütze. Solange man jedoch in einem entwickelten und zumindest teilweise demokratischen Land lebt, wird viel Gutes damit gemacht. Das heißt aber nicht, dass ich all mein Vermögen für die Allgemeinheit abtreten möchte.


In der Schweiz haben wir eine spezielle Form der Steuerprogression. Das heißt, je mehr du verdienst, desto höher ist der prozentuale Ansatz der Steuern. Bei einem niedrigen Einkommen kann es sogar sein, dass man zu großen Teilen davon befreit ist. Wenn man aber besser verdient, können es auch mehr als 15% werden.

Dieser Ansatz finde ich nicht schlecht. Die genaue Progressionskurve könnte meiner Meinung nach noch angepasst und optimiert werden, aber das Grundprinzip funktioniert. So werden ärmere Familien vor dem finanziellen Ruin bewahrt und die reichen dürfen etwas mehr bezahlen. Einen einheitlichen Prozentsatz finde ich dem entsprechen nicht der richtige Weg. Genauso wie eine Konsumsteuer wie die Mehrwertsteuer darstellt ist der falsche Weg. Klar bezahlen hier die reichen mehr, aber die armen werden unverhältnismäßig stark belastet. Ob eine Abschaffung der Mehrwertsteuer Sinn ergibt, oder es viel mehr eine dynamische MWST auf Basis des Verkaufspreises bedarf würde hier den Rahmen jedoch sprengen.


Ich für meinen Teil optimiere meine Steuern soweit ich kann. Das geschieht weniger aus Geiz als viel mehr, weil ich es kann. Das Thema der Steuern finde ich interessant und wurde in meinem Studium auch lang und breit behandelt. Dem entsprechend stelle ich mir den Anspruch, das Beste daraus zu machen. Wenn ich aber ein Bruchteil meines Einkommens nennen müsste, wären es aktuell 8% bis 10%. Das entspricht etwas mehr, als ich tatsächlich bezahlen muss, wäre für mich aber noch ohne große Einschnitte tragbar. Mein frisch verheirateter Bruder würde dem jedoch bereits nicht zustimmen. Da sie nun zwei Einkommen haben, die gemeinsam versteuert werden, wären 10% bei ihnen ziemlich lächerlich. Würden die Einkommen separat berechnet werden, wäre meine Schwägerin mit 10% im Ruin und er würde es kaum merken.


Wenn wir die Betrachtung nun ausdehnen und Länder mit niedriger Wertschöpfung hinzunehmen, ist es nochmals anders. Ein Schrottsammler in Namibia, der nicht genug hat, um sich frisches Essen zu kaufen, kann keine Steuern zahlen. Ein saudischer Prinz müsste so viel zahlen, dass die Staatskassen überlaufen. Auf globaler Ebene lässt es sich also noch weniger lösen als lokal.


Wie seht ihr die Sache? Findet ihr, dass eure Steuern sinnvoll verwendet werden? Würdet ihr einen einheitlichen Steuersatz begrüssen? Lasst es mich wissen.

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now