• Sinnlosoph

Frage 201: Die ideale Summe zum Leben

Seit ich nicht mehr in meiner alten Position tätig bin, hat sich mein Lebensstandard etwas verändert. Noch vor zwei Jahren hätte ich die Frage komplett anders beurteilt. Allerdings bleibt mein ursprünglicher Gedanke derselbe.


Würdest du ein lebenslanges Stipendium über 150'000 pro Jahr annehmen, wenn es bedeutet, dass du kein weiteres Geld erhalten könntest? Wie tief darf der Betrag sein, damit du es noch annimmst?



Zeit für ein wenig Mathe: 150‘000 Pro Jahr entspricht 12‘500 pro Monat, oder 411 pro Tag. Es gibt Tage, da verdiene ich durchaus mehr, aber dann habe ich in der Regel auch wirklich den ganzen Tag zu tun und diese Tage sind sehr selten. Ehrlichgesagt hatte ich in meinem Leben noch nicht einmal annähernd so viel Lohn. Es wäre mir also ziemlich egal, dass ich kein weiteres Geld mehr verdienen kann. Mit der Summe kann ich mehr als bequem leben, mir eine größere Wohnung besorgen oder sogar ziemlich bald ein eigenes Haus kaufen.


Früher dachte ich immer, dass 120‘000 pro Jahr eine bequeme Summe ist. Damit habe ich genug Geld, um mir alles zu leisten und ohne finanzielle Sorgen zu leben. Das basierte aber noch auf meinem alten Verständnis über Luxus und meinen Zielen. Mittlerweile bin ich wesentlich bescheidener geworden.


Seit ich meinen alten Job aufgegeben habe, konnte ich meine monatlichen Ausgaben um etwa 40% senken. Über 60% der verbliebenen Ausgaben basieren nun auf Fixkosten wie Versicherung, Miete und Nebenkosten. Damit ich nun ein bequemes Leben zu meinem neu gewohnten Standard leben kann, bräuchte ich knapp 50‘000 pro Jahr. Damit kann ich mir ohne Sorgen alles leisten, was ich zum Überleben brauche und es bleibt am Ende sogar noch etwas übrig, um mir zwischendurch etwas zu gönnen. Natürlich kann ich mir damit kaum ein Haus kaufen. Ferien würden auch nur in jedem zweiten oder dritten Jahr möglich sein und ich müsste weiterhin meinen Fleischkonsum gering halten. Das sind aber alles Punkte, mit denen ich mich durchaus anfreunden kann.


Wenn ich nämlich keine Möglichkeit habe mehr zu verdienen, bin ich auch nicht mehr dazu gezwungen zu arbeiten. Ich könnte mich dann voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren. Ich hätte keinen Chef mehr, der mir mit Deadlines im Nacken sitzt und ich muss nicht mehr jeden Auftrag annehmen, egal ob es Spaß macht oder nicht. Ich kann mich wirklich komplett in meinem Lieblingsgebiet entfalten. Unter dem Strich würde das nicht nur bedeuten, dass ich mehr schreiben kann, sondern auch bessere Texte produziere, da ich dann endlich die nötige Zeit habe, um das Ganze auch gewissenhaft zu lektorieren.


Wenn mich also jemand mit eine jährlichen Spende von 50‘000 sponsern will, kann er das gerne tun. Bis dahin bleibt es aber ein Wunschdenken und ich muss meine Ressourcen weiter aufteilen und das Beste daraus machen. Vielleicht bringe ich es ja irgendwann zustande und kann von dieser Tätigkeit alleine leben. Das hätte immerhin denselben Effekt.


Wie sieht eure finanzielle Situation aus? Würden euch 50‘000 reichen? Braucht ihr mehr, oder könntet ihr auch mit weniger durch das Jahr kommen? Lasst es mich wissen!

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