• Sinnlosoph

Frage 158: Wovon träumst du?

Ich erinnere mich praktisch nie an meine Träume. Die wenigen, die sich in mein Gedächtnis gebrannt haben, will ich nun aber erzählen.

Was war dein angenehmster Traum? Was war dein schlimmster Alptraum?

Ich glaube, mein schlimmster Alptraum war, dass ich einmal träume aufgestanden zu sein. Dabei machte ich den gesamten Haushalt. Das heißt, ich putzte die Wohnung, säuberte das Bad, bügelte meine Hemden und bereitete alles so vor, dass ich Besuch bekommen könnte. Das alles ist noch nicht so schlimm. Allerdings bin ich dann aufgewacht und meine Wohnung war wieder, oder besser immer noch dreckig. Ich durchlebte die Mühen des Putzen also nicht nur einmal, sondern zweimal.

Das scheint jetzt nicht wie ein klassischer Alptraum zu sein. Das liegt aber auch daran, dass ich kaum Ängste habe, die in einem Traum verarbeitet werden könnten. Ein anderes Mal träumte ich zum Beispiel, dass ich von Werwölfen gejagt werde. Nach einer ziemlich spektakulären Flucht sammelte ich einige Menschen um mich und packte mein Waffenarsenal. In einem epischen Gegenschlag vernichteten wir dann die Werwölfe. Werwölfe, flucht und Jagd klingt schon eher nach einem Alptraum. Ich hatte aber meinen Spaß dabei und fürchtete mich nicht. Deshalb kann man es kaum als Alptraum bezeichnen.

Ich würde sogar so weit gehen, dass das einer meiner schönsten Träume war. Wie gesagt, erinnere ich mich kaum an meine Träume. Es bleiben nur eine Hand voll wirklich für längere Zeit erhalten. Die restlichen sind ziemlich langweilig und drehten sich meist um die Arbeit. Es waren also weder besonders schlimme noch besonders schöne Träume.

Interessanter wird es jedoch, wenn ich die Phase vor dem Einschlafen heranziehe. Hier hatte ich die stärkeren Gefühlsausschläge zu verzeichnen. Als ich noch in meinem alten Job arbeitete, kamen mir regelmäßig Gedanken zur Arbeit in den Kopf. Deadlines, die ich einhalten musste und Gespräche, die ich noch vorbereiten musste. Diese schreckten mich dann so sehr hoch, dass ich nicht mehr schlafen konnte.

In letzter zeit hat sich das aber geändert. Ich denke gerne über meine Geschichten nach, wenn ich abends im Bett liege. Ich arbeite also bis zum effektiven Einschlafen an meinen Stories. Dabei kommen mir recht interessante Ideen. Das Problem ist eher, dass ich viele davon wieder vergesse und erst später wieder daran denke, wenn irgendetwas in meiner Umgebung die entsprechende Erinnerung triggert. Es kann aber auch vorkommen, dass die Geschichte in meinem Kopf auf einmal so real und detailliert wird, dass ich nochmals aufstehen muss, um daran zu arbeiten. Ich nenne diese Vorkommnisse jeweils „Kafka-Nächte“. Wenn ich so sehr im Flow bin, dass ich nicht merke wie die Sonne bereits wieder aufgeht. Am Ende habe ich dann Dreißig oder mehr Seiten geschrieben, bis mein Kopf schließlich ruhig wird.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr regelmäßig Träume, an die ihr euch erinnern könnt, oder ist es auch eher die Ausnahme? Lasst es mich wissen!

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