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Frage 170: Würdest du dich trennen?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn er etwas gefunden hat, was nicht wirklich unbequem ist, wird daran festgehalten. Immerhin könnte die Alternative auch schlechter ausfallen. Das sieht man teilweise auch an den Beziehungen.

Du bist verheiratet und mit deinem Partner durchschnittlich glücklich. Wenn du nun jemanden triffst, bei dem du weißt, dass die Beziehung viel intensiver, dafür belastender ist, würdest du dich trennen?

Hier müssen wir die beiden Schlüsselbegriffe Intensiver und Belastender definieren. Intensiver heißt für mich, dass ich meinen Partner mehr vermisse, ihn mehr liebe, regelmäßig Schmetterlinge im Bauch habe und alles aufregender ist. Belastender fasse ich so auf, dass ich mir gleichzeitig mehr sorgen mache, es öfter zu Streit kommt und vielleicht auch Misstrauen vorhanden ist.

Wenn ich das so lese, klingt die Beziehung nach ganz schön viel Arbeit. Wenn ich eine Beziehung eingehe, will ich eigentlich vor allem, dass ich von meinem Partner profitieren kann. Genauso wie er von mir profitieren kann. Es sollte also eine Symbiose sein, wo die Stärken und Schwächen sich gegenseitig ausgleichen und man sich gemeinsam weiterentwickeln kann. Wenn ich nun aber meine ganze Energie in den Erhalt der Beziehung stecken muss, bleibt dafür kaum mehr Zeit.

Auf der anderen Seite habe ich eine durchschnittlich glückliche Ehe. Das heißt für mich, alles hat eine gewisse Routine, es kommt zwischendurch zu Meinungsverschiedenheiten, aber nichts Schlimmem. Ich vermisse meine Frau, kann aber auch gut eine Woche ohne sie auskommen, wenn wir zum Beispiel geschäftlich voneinander getrennt sind.

Das klingt für mich schon wesentlich interessanter. Hier können die vorhandenen Energien und vor allem die Zeit dafür verwendet werden gemeinsam etwas zu erreichen. Die eigene Beziehung festigen, etwas gemeinsam unternehmen, sich weiterentwickeln. Das, wofür ich bei der anderen wahrscheinlich keine Zeit hätte.

Ich würde also wahrscheinlich bei meiner Frau bleiben. Ich bin mir bewusst, das sich damit wahrscheinlich recht langweilig erscheine. Aber auch hier kann ich wieder auf meine Aussage zu Frage 168 verweisen: Das Leben braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Und wenn ich mir immer nur Gedanken um die eigene Beziehung mache, fehlt mir die Zeit, um das Leben selbst auszukosten. Zudem bin ich ja nicht unglücklich. Also muss ich auch nichts ändern.

Wie seht ihr das? Würde euch das Neue reizen, oder bleibt ihr lieber beim Alten? Lasst es mich wissen!

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